Drehfenster
Auch: Drehflügelfenster
Ein Drehfenster ist ein Fenster, dessen Flügel um eine senkrechte (vertikale) Achse an einer Seite drehbar gelagert ist und sich – anders als beim Dreh-Kipp-Fenster – ausschließlich zur Seite öffnen lässt. Diese klassische Öffnungsart wird vor allem bei Standardfenstern in Wohngebäuden verwendet.
Ausführliche Erklärung
Das Drehfenster ist der bauartmäßige Grundtyp, von dem sich zahlreiche kombinierte Öffnungsarten ableiten. Für Makler relevant ist die Einordnung im Vergleich zu anderen Öffnungsarten:
- Reines Drehfenster: Flügel dreht ausschließlich um die senkrechte Achse (nach innen oder außen öffnend); heute im Wohnungsbau selten, da es keine Lüftungsstellung ohne Weitöffnung ermöglicht.
- Dreh-Kipp-Fenster: Kombination aus Dreh- und Kippfunktion (Standard im modernen deutschen Wohnungsbau), ermöglicht sowohl volle Öffnung als auch eine gekippte Lüftungsstellung.
- Unterscheidung zu Schiebe- und Klappfenstern: Schiebefenster laufen horizontal oder vertikal in Schienen, Klappfenster öffnen um eine waagerechte Achse.
- Praxisrelevanz: Bei Bestandsimmobilien mit reinen Drehfenstern (ohne Kippfunktion) ist häufig ein Fenstertausch sinnvoll, um zeitgemäßen Lüftungskomfort und bessere energetische Werte zu erzielen.
- Energetische Anforderungen: Beim Austausch von Fenstern sind die Vorgaben des Gebäudeenergiegesetzes zum maximal zulässigen U-Wert zu beachten.
- Sicherheitsaspekte: Drehfenster im Erdgeschoss oder leicht zugänglichen Bereichen sollten mit einbruchhemmenden Beschlägen (RC-Klassen) ausgestattet sein, was für die Objektbeschreibung bei sicherheitsbewussten Käufern relevant sein kann.
Beispiel aus der Praxis
Bei einem Altbau aus den 1970er-Jahren sind noch einfache Drehfenster ohne Kippfunktion verbaut. Der Makler weist im Exposé darauf hin, dass ein Austausch gegen moderne Dreh-Kipp-Fenster sowohl den Wohnkomfort als auch die energetische Bewertung des Gebäudes deutlich verbessern würde.
Rechtsgrundlage
- Gebäudeenergiegesetz (GEG): Legt Mindestanforderungen an den Wärmedurchgangskoeffizienten (U-Wert) beim Austausch oder Neueinbau von Fenstern fest.