Flachheizkörper

Auch: Plattenheizkörper · Flachheizkörper-Typ

Der Flachheizkörper (auch Plattenheizkörper) ist der heute in Deutschland am weitesten verbreitete Heizkörpertyp: eine oder mehrere flache Stahlblechplatten, oft mit Konvektionsblechen im Zwischenraum, die Wärme über Strahlung und Konvektion an den Raum abgeben.

Ausführliche Erklärung

Flachheizkörper werden nach DIN EN 442 in genormte Typen eingeteilt, die sich in Anzahl der Platten und Konvektorbleche unterscheiden – gängig sind Typ 10, 11, 20, 21, 22 und 33 (die erste Ziffer steht für die Zahl der Heizflächen, die zweite für die Zahl der Konvektorreihen). Je höher die Typennummer, desto größer die Heizleistung bei gleicher Bau- und Breitengröße.

Für Makler besonders relevant im Kontext der Wärmewende:

  • Auslegung für Wärmepumpen: Klassische Flachheizkörper wurden historisch für hohe Vorlauftemperaturen (55–70 °C) mit fossilen Heizkesseln ausgelegt. Wärmepumpen arbeiten effizienter bei niedrigen Vorlauftemperaturen (35–45 °C). Bestehende Heizkörper müssen bei einem Wärmepumpentausch daher rechnerisch geprüft werden – oft reicht die vorhandene Fläche bei gut gedämmten Gebäuden aus, in ungünstigen Fällen sind größere oder zusätzliche Heizkörper bzw. Niedertemperatur-Heizkörper mit Gebläseunterstützung erforderlich.
  • Heizlastberechnung: Vor einer Modernisierung empfiehlt sich eine raumweise Heizlastberechnung, um zu prüfen, ob die bestehenden Flachheizkörper mit reduzierter Vorlauftemperatur noch ausreichend Wärme liefern.
  • Optik und Wertigkeit: Flachheizkörper gelten optisch als unauffälliger und moderner als klassische Rippenheizkörper (Gliederheizkörper) älterer Baujahre – ein Aspekt bei der Einschätzung des Modernisierungsgrads einer Immobilie.
  • Hydraulischer Abgleich: Ein fachgerecht durchgeführter hydraulischer Abgleich der Flachheizkörper verbessert die Energieeffizienz und wird bei Förderprogrammen für Heizungsmodernisierung oft vorausgesetzt oder empfohlen.

Beispiel aus der Praxis

Beim geplanten Einbau einer Luft-Wasser-Wärmepumpe in einem gut gedämmten Einfamilienhaus aus den 1990er-Jahren ergibt die Heizlastberechnung, dass die vorhandenen Flachheizkörper (Typ 22) auch bei abgesenkter Vorlauftemperatur von 45 °C ausreichend Wärme liefern – ein Austausch der Heizkörper ist nicht erforderlich.

Rechtsgrundlage

  • DIN EN 442 – Europäische Norm zur Typisierung, Leistungsprüfung und Kennzeichnung von Heizkörpern, einschließlich Flachheizkörpern.

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