Brettschichtholz
Auch: BSH · Leimbinder
Brettschichtholz (BSH), auch Leimbinder genannt, ist ein industriell hergestellter Holzwerkstoff, bei dem mehrere getrocknete und sortierte Brettlamellen faserparallel miteinander verleimt werden. Dadurch entstehen tragfähige, formstabile Balken und Träger mit deutlich größeren Querschnitten und Spannweiten als bei Vollholz, die vor allem für Dachkonstruktionen, Hallenbauten und große Deckenspannweiten eingesetzt werden.
Ausführliche Erklärung
Brettschichtholz ist einer der wichtigsten Ingenieurholzwerkstoffe im modernen Holzbau. Durch die Verleimung mehrerer, in Faserrichtung übereinandergestapelter Brettlamellen (üblich sind Lamellenstärken von etwa 20–45 mm) werden natürliche Schwachstellen des Vollholzes wie Äste oder Risse statistisch verteilt und "weggemittelt", wodurch BSH deutlich höhere und gleichmäßigere Festigkeitswerte erreicht als Vollholz gleicher Abmessung.
Für den Makler relevante Eigenschaften:
- Spannweiten und Querschnitte: BSH ermöglicht große, stützenfreie Spannweiten, wie sie z. B. bei Dachstühlen von Einfamilienhäusern mit offenen Wohnräumen, bei Hallen, Sporthallen oder Kirchen benötigt werden.
- Formstabilität: Durch die Verleimung ist BSH weniger anfällig für Verwerfungen, Risse und Verdrehungen als Vollholz und damit maßhaltiger.
- Sichtbarkeit als Gestaltungselement: In vielen modernen Holzhäusern werden BSH-Balken bewusst sichtbar belassen (z. B. als Dachträger in offenen Wohnraumkonzepten), was ein wertsteigerndes architektonisches Merkmal sein kann.
- Brandverhalten: Große Holzquerschnitte brennen kontrolliert ab (Abbrandrate), wodurch der Kern lange tragfähig bleibt – ein Aspekt, der bei brandschutztechnischen Nachweisen für Holzkonstruktionen relevant ist.
- Qualitätssicherung: BSH unterliegt einer Güteüberwachung und wird nach Festigkeitsklassen (z. B. GL24h, GL28h) klassifiziert; bei Bestandsobjekten mit BSH-Konstruktionen kann die Einsichtnahme in statische Unterlagen für spätere Umbauten relevant sein.
Beispiel aus der Praxis
Beim Neubau eines Einfamilienhauses mit offenem Dachgeschoss werden sichtbare Brettschichtholzbinder als tragende Dachkonstruktion eingesetzt, wodurch auf zusätzliche Mittelstützen verzichtet werden kann. Der Makler hebt dies im Exposé als architektonisches Highlight und Raumgewinn hervor.
Rechtsgrundlage
- DIN EN 14080 – Anforderungen an Herstellung und Festigkeitsklassen von Brettschichtholz und Balkenschichtholz.
- Allgemeine bauaufsichtliche Zulassungen bzw. CE-Kennzeichnung nach Bauproduktenverordnung für tragende Holzbauteile.