CM-Messung
Auch: Calciumcarbid-Methode · CM-Gerät · Calciumcarbidmethode
Die CM-Messung (Calciumcarbid-Methode) ist ein anerkanntes Verfahren zur Bestimmung der Restfeuchte in Estrich und Beton. Eine zerkleinerte Materialprobe wird mit Calciumcarbid in einem geschlossenen Druckgefäß vermischt; aus dem entstehenden Gasdruck (Acetylen) wird der Feuchtegehalt berechnet.
Ausführliche Erklärung
Für den Makler ist die CM-Messung vor allem im Zusammenhang mit Fußbodenbelagsschäden oder Streitigkeiten über die "Belegreife" eines Estrichs relevant, etwa nach Wasserschäden oder bei Neubauten mit zu kurzer Trocknungszeit.
Wichtige Fakten:
- Verfahren: Eine Probe wird aus dem Estrich entnommen (i. d. R. bohrend oder mit Hammer/Meißel), zerkleinert und in einer Stahlflasche mit Calciumcarbid vermengt. Die entstehende Gasmenge wird über ein Manometer abgelesen und in CM-% umgerechnet.
- Grenzwerte (Richtwerte): Zementestrich gilt bei ca. 2,0 CM-% als belegreif (bei Fußbodenheizung 1,8 CM-%), Anhydritestrich bei ca. 0,5 CM-% (0,3 CM-% mit Fußbodenheizung). Diese Werte sind in Fachregeln und Herstellervorgaben verankert.
- Praxisrelevanz: Wird ein Belag (Parkett, Laminat, PVC) auf zu feuchtem Estrich verlegt, drohen Schimmelbildung, Aufquellen und Ablösen des Belags. Bei Streit über Bodenschäden ist die CM-Messung häufig das entscheidende Beweismittel im Sachverständigengutachten.
- Abgrenzung: Elektronische Feuchtemessgeräte (Widerstands- oder Kapazitätsmessung) liefern nur orientierende, oberflächliche Werte und werden zunehmend durch die CM-Messung als anerkannten Referenzwert ersetzt oder ergänzt, da sie durch Materialzusammensetzung verfälscht werden können.
- Kosten/Ablauf: Die Messung wird meist von Estrichlegern, Bodenlegern oder Sachverständigen durchgeführt und ist mit einer Beschädigung des Estrichs (Bohrloch) verbunden, die verspachtelt werden muss.
Beispiel aus der Praxis
Nach einem Rohrbruch in einer Eigentumswohnung streiten Verkäufer und Käufer darüber, ob der Estrich ausreichend getrocknet ist, bevor neuer Bodenbelag verlegt wird. Ein Sachverständiger führt eine CM-Messung durch und stellt einen Wert von 2,3 CM-% fest – der Estrich ist damit noch nicht belegreif, weitere Trocknungsmaßnahmen sind erforderlich.
Rechtsgrundlage
- DIN 18560 – Regelwerk für Estriche im Bauwesen, definiert u. a. Anforderungen an die Belegreife.
- VOB/C DIN 18353 – Regelt Ausführung und Prüfung von Estricharbeiten, verweist auf Feuchtemessung vor Belagsverlegung.