Dachkehle

Auch: Kehle

Die Dachkehle ist der Bereich, an dem zwei geneigte Dachflächen in einem nach innen weisenden Winkel zusammentreffen – im Gegensatz zum First, der nach außen zeigt. Sie entsteht typischerweise bei winkelförmigen Grundrissen, Gauben oder Anbauten und ist eine besonders beanspruchte Stelle der Dachkonstruktion.

Ausführliche Erklärung

Die Dachkehle ist für Makler bei der Einschätzung des Bauzustands relevant, da sie zu den häufigsten Schwachstellen einer Dachkonstruktion zählt. In der Kehle sammelt sich das Regenwasser aus beiden angrenzenden Dachflächen und wird konzentriert abgeleitet, wodurch hier eine erhöhte Wassermenge und damit ein erhöhtes Undichtigkeitsrisiko besteht.

Wichtige Punkte:

  • Ausführung: Kehlen werden mit speziellen Kehlblechen (meist Titanzink, Kupfer oder Aluminium) abgedichtet, die unter die angrenzenden Dachziegel oder -pfannen geführt werden.
  • Entstehung: Typische Auslöser sind Winkelbauten (L- oder T-förmige Grundrisse), Quergiebel, Dachgauben oder nachträgliche Anbauten wie Wintergärten.
  • Risikofaktor: Laub- und Schmutzansammlungen in der Kehle können zu Rückstau und in der Folge zu Feuchtigkeitsschäden im Dachstuhl führen, wenn keine regelmäßige Reinigung erfolgt.
  • Prüfrelevanz: Bei der Objektbesichtigung sollte auf Wasserflecken im Bereich der Dachkehle im Innenausbau (Dachgeschoss) geachtet werden, da diese auf undichte Kehlbleche hindeuten können.

Beispiel aus der Praxis

Bei einem Haus mit winkelförmigem Grundriss und zwei aneinandertreffenden Satteldächern zeigt der Sachverständige dem Makler eine leichte Verfärbung an der Innenseite der Dachschräge im Bereich der Dachkehle – ein Hinweis auf eine mögliche Undichtigkeit, die vor dem Verkauf abgeklärt werden sollte.

Rechtsgrundlage

Keine spezielle Rechtsgrundlage. Ausführung und Abdichtung der Dachkehle richten sich nach den anerkannten Regeln der Technik (Fachregeln des Dachdeckerhandwerks, DIN 18531 zu Abdichtungen).

Verwandte Begriffe