Dämmstoff

Auch: Dämmmaterial · Isolierstoff · Wärmedämmstoff

Ein Dämmstoff ist ein Baustoff, der aufgrund seiner geringen Wärmeleitfähigkeit Wärmeverluste durch Bauteile wie Wände, Dach oder Decken reduziert. Dämmstoffe sind zentraler Baustein, um die energetischen Anforderungen an Gebäude einzuhalten.

Ausführliche Erklärung

Dämmstoffe werden nach ihrem Ausgangsmaterial in mehrere Gruppen unterteilt: mineralische Dämmstoffe (z. B. Mineralwolle, Schaumglas), organische Dämmstoffe auf petrochemischer Basis (z. B. expandiertes oder extrudiertes Polystyrol, Polyurethan) sowie nachwachsende bzw. natürliche Dämmstoffe (z. B. Holzfaser, Zellulose, Hanf, Schafwolle). Die wesentliche Kenngröße für die Dämmwirkung ist die Wärmeleitfähigkeit (λ-Wert); je niedriger dieser Wert, desto besser die Dämmwirkung bei gleicher Materialstärke.

In Deutschland regelt die Normenreihe DIN 4108 ("Wärmeschutz und Energie-Einsparung in Gebäuden") die grundlegenden Anforderungen an den baulichen Wärmeschutz, unter anderem Mindestwärmeschutz und Vermeidung von Tauwasserausfall (Bauteil- und Feuchteschutz). Die konkreten energetischen Mindestanforderungen an Neubauten und größere Sanierungen – etwa zulässige Höchstwerte für den Wärmedurchgangskoeffizienten (U-Wert) von Bauteilen – ergeben sich aus dem Gebäudeenergiegesetz (GEG), das die energetische Gesamtbilanz eines Gebäudes vorgibt und dabei unter anderem auf die DIN V 18599 zur Berechnung des Energiebedarfs zurückgreift. Die Wahl und Dicke des Dämmstoffs ist damit unmittelbar an die Einhaltung der GEG-Vorgaben gekoppelt.

Für Immobilienmakler ist die Art und Qualität der eingebauten Dämmstoffe relevant für die energetische Einordnung einer Immobilie im Energieausweis, für die Einschätzung von Modernisierungskosten und -potenzialen sowie für Förderfähigkeit im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG).

Beispiel aus der Praxis

Bei der energetischen Sanierung eines Altbaus wird die Fassade mit einem Wärmedämmverbundsystem aus Polystyrol-Dämmplatten versehen. Dadurch sinkt der U-Wert der Außenwand deutlich, was den Heizwärmebedarf reduziert und die energetische Einstufung im Energieausweis verbessert.

Rechtsgrundlage

  • DIN 4108 – Wärmeschutz und Energie-Einsparung in Gebäuden; regelt Mindestwärmeschutz und bauphysikalische Anforderungen.
  • Gebäudeenergiegesetz (GEG) – enthält die konkreten energetischen Mindestanforderungen an Neubau und Sanierung, auf die die Dämmstoffauswahl abgestimmt werden muss.

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