Facility Management

Auch: FM · Gebäudemanagement · Facilities Management

Facility Management (FM) bezeichnet die ganzheitliche Bewirtschaftung von Gebäuden und technischen Anlagen über deren gesamten Lebenszyklus – von der Planung über den laufenden Betrieb bis zum Rückbau. Ziel ist es, den reibungslosen, wirtschaftlichen und sicheren Betrieb einer Immobilie sicherzustellen.

Ausführliche Erklärung

Facility Management umfasst deutlich mehr als klassische Hausverwaltung und wird in der Immobilienwirtschaft in drei Ebenen unterteilt, die oft als "FM-Pyramide" bezeichnet werden:

  • Infrastrukturelles FM: Dienstleistungen wie Reinigung, Sicherheitsdienst, Empfang, Winterdienst, Entsorgung.
  • Technisches FM: Betrieb, Wartung und Instandhaltung der technischen Gebäudeausrüstung (Heizung, Lüftung, Klima, Aufzüge, Elektro-, Brandschutz- und Sicherheitstechnik), inklusive gesetzlich vorgeschriebener Prüfungen und Wartungsintervalle.
  • Kaufmännisches FM: Vertrags- und Kostenmanagement, Nebenkostenabrechnung, Budgetplanung, Dienstleistersteuerung.

Facility Management ist eine Ebene unterhalb des Asset Managements und Property Managements angesiedelt: Während das Asset Management die strategische Werterhaltung und -steigerung des Portfolios verantwortet und das Property Management die kaufmännische und rechtliche Objektverwaltung (Mietverträge, Nebenkostenabrechnung gegenüber Mietern) übernimmt, kümmert sich das Facility Management um die operative, physische Bewirtschaftung des Gebäudes vor Ort.

Für institutionelle Investoren und größere Gewerbeimmobilien ist professionelles FM ein wesentlicher Werttreiber: Ein gut organisiertes FM senkt Betriebskosten, verlängert die Lebensdauer der technischen Anlagen, erfüllt Betreiberpflichten (Verkehrssicherungspflicht, Prüfpflichten nach Betriebssicherheitsverordnung) und trägt so zur Erhaltung bzw. Steigerung des Immobilienwerts bei. Bei Vermietungsprozessen wird die Qualität des FM zunehmend auch als Standortfaktor von Mietern (insbesondere Corporates) bewertet, etwa im Rahmen von ESG-Anforderungen an Betriebskosteneffizienz und Nachhaltigkeit.

Für Makler ist Facility Management vor allem bei der Vermarktung und Bewertung von Gewerbeimmobilien sowie bei der Beratung von Eigentümergemeinschaften relevant: Ein professionell betreutes Objekt mit dokumentierter Wartungshistorie und niedrigen Betriebskosten lässt sich in der Regel leichter und zu besseren Konditionen vermarkten.

Beispiel aus der Praxis

Der Eigentümer eines Bürokomplexes beauftragt ein Facility-Management-Unternehmen mit der Wartung der Aufzugsanlagen, der Klimatechnik sowie der Reinigung und Sicherheitsdienstleistungen. Das FM-Unternehmen stellt zudem sicher, dass alle gesetzlich vorgeschriebenen Prüfungen (z. B. Brandschutz, Aufzugsprüfung nach Betriebssicherheitsverordnung) fristgerecht durchgeführt werden.

Rechtsgrundlage

  • DIN EN 15221 (bzw. Nachfolgenorm DIN EN ISO 41001) – europäische Norm zur Definition und Terminologie des Facility Managements.
  • GEFMA-Richtlinien – Richtlinien des Deutschen Verbands für Facility Management zu Standards, Kosten und Betreiberverantwortung.
  • Betreiberpflichten ergeben sich zudem aus der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) und der Verkehrssicherungspflicht nach § 823 BGB.

Verwandte Begriffe