Festigkeitsentwicklung

Auch: Festigkeitsentwicklung des Betons · Erhärtungsverlauf

Die Festigkeitsentwicklung beschreibt den zeitlichen Verlauf, in dem frisch eingebrachter Beton durch die chemische Reaktion des Zements mit Wasser (Hydratation) allmählich erhärtet und an Druckfestigkeit gewinnt, bis er nach einigen Wochen seine planmäßige Festigkeit erreicht.

Ausführliche Erklärung

Beton erhärtet nicht schlagartig, sondern über einen längeren Zeitraum: Die Hydratation des Zements setzt unmittelbar nach dem Kontakt mit Wasser ein und verläuft in den ersten Stunden und Tagen am schnellsten, klingt danach aber allmählich ab. Als Bezugsgröße für die Festigkeitsentwicklung dient in der Regel die Druckfestigkeit nach 28 Tagen, die die charakteristische, in der Betonfestigkeitsklasse (z. B. C25/30) angegebene Festigkeit definiert. Bereits deutlich früher – je nach Zementart, Betonzusammensetzung und Temperatur oft schon nach wenigen Tagen – erreicht der Beton eine für den Bauablauf ausreichende Frühfestigkeit, etwa um Schalung entfernen zu können (siehe Ausschalfrist).

Die Geschwindigkeit der Festigkeitsentwicklung hängt maßgeblich von der Umgebungstemperatur ab: Bei niedrigen Temperaturen verlangsamt sich die Hydratation erheblich, bei Frost kommt sie nahezu zum Stillstand und kann durch Eisbildung im noch nicht ausreichend erhärteten Beton sogar zu irreversiblen Gefügeschäden führen (siehe Betonieren bei Frost). Bei hohen Temperaturen verläuft die Anfangsfestigkeitsentwicklung schneller, was jedoch die Gefahr von Rissbildung durch ungleichmäßiges Schwinden erhöhen kann. Für die Bauausführung ist die Kenntnis der Festigkeitsentwicklung entscheidend, um Ausschalfristen, Belastbarkeit von Bauteilen und den optimalen Zeitpunkt für Folgearbeiten korrekt zu bestimmen.

Beispiel aus der Praxis

Ein Bauunternehmer betoniert im Winter eine Stahlbetondecke. Aufgrund der niedrigen Außentemperaturen verlangsamt sich die Festigkeitsentwicklung des Betons deutlich, sodass die Ausschalfrist im Vergleich zum Sommer verlängert und zusätzlich eine Nachbehandlung mit Wärmedämmung der Schalung vorgesehen wird.

Rechtsgrundlage

  • DIN EN 206 – Legt die Festigkeitsklassen von Beton und die Anforderungen an dessen Zusammensetzung und Eigenschaften fest.
  • DIN EN 13670 – Regelt die Ausführung von Betonbauwerken, einschließlich Anforderungen an Nachbehandlung und Ausschalfristen in Abhängigkeit von der Festigkeitsentwicklung.

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