Flächenheizung

Auch: Flächenheizsystem · Flächentemperiersystem

Als Flächenheizung bezeichnet man Heizsysteme, bei denen wasserführende Rohre oder elektrische Heizleiter in einer Boden-, Wand- oder Deckenkonstruktion verlegt sind und die Wärme großflächig überwiegend als Strahlungswärme an den Raum abgeben.

Ausführliche Erklärung

Die Flächenheizung ist der Oberbegriff für die drei gängigen Bauformen Fußbodenheizung, Wandheizung und Deckenheizung, die sich lediglich durch den Einbauort der Heizflächen unterscheiden, technisch aber demselben Funktionsprinzip folgen: Statt wie bei Heizkörpern punktuell mit hoher Vorlauftemperatur zu arbeiten, verteilt die Flächenheizung die Wärme über eine große Fläche bei vergleichsweise niedriger Systemtemperatur.

Wesentliche Merkmale und Vorteile:

  • Niedrige Systemtemperaturen: Flächenheizungen arbeiten typischerweise mit Vorlauftemperaturen von 30–40 °C, wodurch sie besonders effizient mit Wärmepumpen kombinierbar sind.
  • Strahlungsanteil: Der hohe Anteil an Strahlungswärme wird von Nutzern häufig als besonders behaglich empfunden, da die Lufttemperatur bei gleichem Komfortempfinden niedriger gehalten werden kann.
  • Trägheit: Flächenheizungen reagieren aufgrund der in Boden, Wand oder Decke gespeicherten Wärme deutlich träger auf Regelungseingriffe als Heizkörper.

Die Auslegung und Berechnung von Flächenheizungen erfolgt europaweit einheitlich nach DIN EN 1264 ("Raumflächenintegrierte Heiz- und Kühlsysteme mit Wasserdurchströmung"), die unter anderem die Ermittlung der Wärmeleistung, die Auslegung der Rohrabstände und den hydraulischen Abgleich regelt.

Für Makler ist relevant, dass Flächenheizungen bei energetischen Sanierungen und Neubauten mit Wärmepumpe mittlerweile Standard sind und sich in der Objektbeschreibung positiv auf die Bewertung des Wärmekomforts auswirken, allerdings bei nachträglichem Einbau in Bestandsgebäuden mit höherem baulichen Aufwand verbunden sind als der Austausch von Heizkörpern.

Beispiel aus der Praxis

Bei der Sanierung eines Altbaus lässt der Eigentümer im Erdgeschoss eine Fußbodenheizung als Flächenheizung nachrüsten, um die neu eingebaute Wärmepumpe mit niedrigen Vorlauftemperaturen effizient betreiben zu können, während in den Obergeschossen die vorhandenen Heizkörper zunächst bestehen bleiben.

Rechtsgrundlage

  • DIN EN 1264 – Europäische Norm zur Auslegung, Berechnung und Ausführung wassergeführter raumflächenintegrierter Heiz- und Kühlsysteme.

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