Heizungsstrang

Auch: Steigstrang · Heizstrang

Ein Heizungsstrang (auch Steigstrang) ist eine Rohrleitung, die Heizwärme vom zentralen Wärmeverteiler zu mehreren, meist übereinanderliegenden Heizkörpern in unterschiedlichen Geschossen eines Gebäudes transportiert.

Ausführliche Erklärung

In Mehrfamilienhäusern mit zentraler Heizungsanlage werden die Heizkörper der einzelnen Wohnungen häufig nicht über separate Leitungen vom Keller aus versorgt, sondern über sogenannte Steigstränge, die vertikal durch das Gebäude führen und in jedem Geschoss einen oder mehrere Heizkörper anschließen (Einrohr- oder Zweirohrsystem). Der Heizungsstrang ist damit ein zentrales Element der Wärmeverteilung in Bestandsgebäuden, insbesondere bei älteren Einrohrheizungen, die energetisch als weniger effizient gelten als moderne Zweirohrsysteme.

Für die Immobilienpraxis ist relevant, dass Heizungsstränge im Gemeinschaftseigentum einer WEG liegen, sofern sie mehrere Sondereigentumseinheiten versorgen – Instandhaltung und Sanierung sind daher Sache der Eigentümergemeinschaft, nicht des einzelnen Eigentümers. Zudem beeinflusst die Art des Stranges (Einrohr- vs. Zweirohrsystem) die Möglichkeit eines nachträglichen hydraulischen Abgleichs sowie die Genauigkeit der Heizkostenabrechnung nach Verbrauch.

Beispiel aus der Praxis

In einem Altbau aus den 1970er-Jahren versorgt ein einziger Steigstrang alle Heizkörper übereinanderliegender Wohnungen im Einrohrsystem. Da das Wasser nacheinander durch alle Heizkörper fließt, ist die oberste Wohnung im Winter oft kühler als die unterste – ein typisches Modernisierungsargument bei der Objektbewertung.

Rechtsgrundlage

Keine eigenständige gesetzliche Regelung für den Heizungsstrang als Bauteil. Bei WEG-Anlagen richtet sich die Zuordnung zum Gemeinschafts- oder Sondereigentum nach § 5 WEG; die verbrauchsabhängige Abrechnung richtet sich nach der Heizkostenverordnung (HeizkostenV).

Verwandte Begriffe