Holzhaus
Auch: Holzgebäude
Ein Holzhaus ist ein Gebäude, dessen tragende Konstruktion überwiegend oder vollständig aus Holz besteht. Der Begriff umfasst verschiedene Konstruktionsarten – vom klassischen Blockhaus über den Holzrahmen- und Holzständerbau bis zum modernen Massivholzbau – und wird sowohl für Fertighäuser als auch für individuell geplante Architektenhäuser verwendet.
Ausführliche Erklärung
Holzhäuser lassen sich nach ihrer Konstruktionsweise unterscheiden: Beim Holzrahmen- und Holzständerbau bilden schlanke, mit Dämmung gefüllte Holzrahmen die tragende Struktur, die beidseitig beplankt wird; diese Bauweise dominiert im modernen Fertighausbau wegen ihrer kurzen Bauzeit und guten Dämmwerte. Beim Blockhaus werden liegende Holzbalken oder -bohlen aufeinandergeschichtet, während beim Holzmassivbau großformatige Massivholzelemente (etwa Brettsperrholz) die Wände und Decken bilden. Holzskelettbauten nutzen ein Stützen-Riegel-System aus starken Holzquerschnitten, ähnlich dem Stahl- oder Betonskelettbau.
Aus bauphysikalischer Sicht bieten Holzhäuser gute Wärmedämmeigenschaften, ein günstiges Verhältnis von Eigengewicht zu Tragfähigkeit und eine positive Ökobilanz, da Holz als nachwachsender Rohstoff während des Wachstums CO2 bindet. Brandschutztechnisch gelten Holzkonstruktionen entgegen verbreiteter Annahmen nicht automatisch als kritischer als andere Bauweisen: Massive Holzquerschnitte verkohlen im Brandfall kontrolliert an der Oberfläche und behalten dabei über einen berechenbaren Zeitraum ihre Tragfähigkeit, was in den bauaufsichtlichen Nachweisen (Eurocode 5) berücksichtigt wird.
Für die Immobilienbewertung und -vermarktung sind bei Holzhäusern insbesondere Feuchteschutz (konstruktiver und bauphysikalischer Holzschutz), Schallschutz zwischen Geschossen sowie – bei älteren Objekten – der Zustand tragender Holzbauteile relevante Prüfpunkte. Die Finanzierung und Versicherung von Holzhäusern unterscheidet sich in der Praxis kaum von der massiv errichteter Gebäude, sofern die Bauweise fachgerecht ausgeführt und die einschlägigen Normen eingehalten wurden.
Beispiel aus der Praxis
Eine Bauherrenfamilie entscheidet sich für ein Einfamilienhaus in Holzrahmenbauweise, das in wenigen Wochen als vorgefertigte Elemente montiert wird. Der Energieberater bestätigt, dass die Konstruktion aufgrund der durchgängigen Dämmebene in den Holzrahmen die Anforderungen des Gebäudeenergiegesetzes an den Neubau ohne zusätzliche Maßnahmen erfüllt.
Rechtsgrundlage
Keine eigenständige gesetzliche Definition. Die bautechnischen Anforderungen an Holzkonstruktionen ergeben sich aus den technischen Baubestimmungen der Länder in Verbindung mit dem Eurocode 5 (DIN EN 1995) zur Bemessung von Holzbauwerken.