KI-Textgenerierung

Auch: KI-Exposétexter · automatische Textgenerierung

Die KI-Textgenerierung erstellt aus strukturierten Objektdaten (Fläche, Zimmerzahl, Lage, Ausstattung) automatisch werbewirksame Exposétexte, Anzeigentitel oder E-Mail-Vorlagen. Sie basiert auf generativen Sprachmodellen und soll dem Makler Schreibaufwand abnehmen sowie die Textqualität standardisieren.

Ausführliche Erklärung

Viele Makler empfinden das Verfassen ansprechender Exposétexte als zeitaufwendig, insbesondere bei hohem Objektdurchsatz. KI-Textgenerierungsmodule – integriert in Maklerverwaltungssoftware oder als eigenständige Tools – übernehmen diese Aufgabe, indem sie aus den im CRM hinterlegten Objektdaten automatisch Fließtext erzeugen: Objektbeschreibung, Lagebeschreibung, Ausstattungsmerkmale, teils auch Anschreiben für Interessenten oder Social-Media-Postings.

Praxisrelevante Aspekte für den Makler:

  • Effizienzgewinn: Ein Rohentwurf entsteht in Sekunden statt in 30–60 Minuten manueller Textarbeit, besonders bei mehreren parallel zu vermarktenden Objekten.
  • Konsistenz und Ton: Viele Tools erlauben die Vorgabe eines Stils (sachlich, emotional, luxusorientiert), was die Corporate-Identity-Konsistenz über alle Exposés hinweg verbessert.
  • Prüfpflicht: KI-generierte Texte müssen vor Veröffentlichung stets fachlich und rechtlich geprüft werden. Insbesondere Pflichtangaben (Energieausweis-Kennwerte nach § 87 GEG, ggf. Provisionsangaben) werden von generativen Modellen nicht zuverlässig korrekt oder vollständig wiedergegeben und müssen manuell ergänzt bzw. kontrolliert werden.
  • Irreführungsverbot: Werden durch KI-generierte Formulierungen Eigenschaften suggeriert, die das Objekt nicht besitzt (z. B. "Neubaustandard" bei einer sanierten Bestandsimmobilie), drohen wettbewerbsrechtliche Abmahnungen nach § 5 UWG.
  • Urheberrecht: Rein KI-generierte Texte ohne wesentliche menschliche Schöpfungshöhe genießen nach überwiegender Auffassung keinen eigenen Urheberrechtsschutz nach § 2 UrhG – bei individueller Überarbeitung durch den Makler kann jedoch ein schutzfähiges Werk entstehen.

In der Praxis hat sich ein zweistufiges Vorgehen etabliert: Die KI liefert einen Rohtext, der Makler redigiert ihn inhaltlich und rechtlich, bevor er in Portalen veröffentlicht wird.

Beispiel aus der Praxis

Ein Makler gibt in seiner CRM-Software Eckdaten einer Doppelhaushälfte ein (140 m² Wohnfläche, 5 Zimmer, Baujahr 2015, Garten, Garage). Die integrierte KI-Textgenerierung erstellt daraus binnen Sekunden einen vollständigen Exposétext samt Überschrift. Der Makler ergänzt anschließend die Pflichtangaben zum Energieausweis und passt einzelne Formulierungen an, bevor er die Anzeige auf Immobilienportalen veröffentlicht.

Rechtsgrundlage

Keine spezielle Rechtsgrundlage für die Textgenerierung selbst. Zu beachten sind die Kennzeichnungs- und Angabepflichten aus § 87 GEG (Energieausweisangaben in Immobilienanzeigen), das Irreführungsverbot nach § 5 UWG sowie – bei der Frage des Textschutzes – § 2 UrhG.

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