Korrosionsschaden Leitung

Auch: Rohrkorrosion · Rostschaden Leitung · Leitungsdurchrostung

Ein Korrosionsschaden an Leitungen entsteht, wenn metallische Rohrleitungen (Wasser, Heizung, Abwasser) durch Rost oder chemische Reaktionen angegriffen werden, wodurch sich das Material zunehmend zersetzt. Im fortgeschrittenen Stadium führt dies zu Undichtigkeiten, Rohrbrüchen und Wasserschäden.

Ausführliche Erklärung

Korrosion tritt vor allem an älteren, unbeschichteten Stahlrohren, verzinkten Stahlrohren und teils an Kupferleitungen auf. Sie ist bei Bestandsimmobilien mit Baujahr vor den 1980er-Jahren ein häufiges, oft unterschätztes Thema, da die Schäden meist im Verborgenen (unter Putz, im Estrich, im Erdreich) entstehen.

Typische Ursachen:

  • Lochfraßkorrosion (Lochkorrosion): punktuelle, tiefe Korrosionsangriffe, besonders bei verzinkten Stahlrohren nach Jahrzehnten der Nutzung – eine der häufigsten Ursachen unerwarteter Rohrbrüche.
  • Kontaktkorrosion: Bei Verbindung unterschiedlicher Metalle (z. B. Kupfer und verzinkter Stahl) im selben Leitungssystem kommt es zu galvanischer Korrosion des unedleren Metalls.
  • Erosionskorrosion: durch zu hohe Fließgeschwindigkeit des Wassers begünstigter Materialabtrag.
  • Sauerstoffkorrosion: insbesondere in Heizungsanlagen bei unzureichend aufbereitetem Füllwasser oder undichten Anlagenteilen mit ständigem Sauerstoffeintrag.

Symptome und Diagnostik: Rostwasser aus Wasserhähnen, sinkender Anlagendruck in der Heizung, feuchte Stellen an Wänden oder Decken entlang von Leitungstrassen sowie ein muffiger Geruch können auf beginnende Korrosionsschäden hinweisen. Die genaue Diagnose erfolgt über Endoskopie, Drucktests oder punktuelle Freilegung.

Praxisrelevanz für Makler: Bei Häusern mit Baujahr vor 1980 und noch original verlegten verzinkten Stahlrohren ("Weichbleirohre" bzw. Stahlleitungen) sollte im Exposé auf einen möglichen Modernisierungsbedarf hingewiesen werden, da die statistische Lebensdauer solcher Leitungen häufig überschritten ist (meist 30 bis 50 Jahre je nach Wasserqualität). Eine komplette Rohrsanierung eines Einfamilienhauses kann je nach Umfang mehrere Zehntausend Euro kosten und ist bei der Kaufpreisverhandlung ein relevanter Faktor.

Beispiel aus der Praxis

In einem 1968 erbauten Haus tritt beim Öffnen der Warmwasserleitung wiederholt rostbraunes Wasser aus. Eine Endoskopie zeigt fortgeschrittene Lochkorrosion an den verzinkten Steigleitungen. Der Käufer verhandelt einen Preisnachlass von 15.000 Euro zur vollständigen Erneuerung der Trinkwasserinstallation.

Rechtsgrundlage

  • § 434 BGB – Korrosionsschäden können einen Sachmangel darstellen, insbesondere wenn die Trinkwasserqualität beeinträchtigt ist.
  • DIN 1988-Reihe (i. V. m. DIN EN 806) – nationale Technische Regeln für Trinkwasser-Installationen, Maßstab für den Stand der Technik bei Bewertung des Leitungszustands.
  • Trinkwasserverordnung (TrinkwV) – mittelbar relevant, wenn Korrosionsprodukte die Wasserqualität beeinträchtigen.

Verwandte Begriffe