Ochsenauge
Auch: Rundfenster · Bullauge
Ein Ochsenauge ist ein kleines, rundes oder ovales Fenster, das vor allem in Giebeln, Dächern oder Treppenhäusern zur zusätzlichen Belichtung eingesetzt wird. Es ist ein häufig gestalterisch geprägtes Element historischer Fassaden.
Ausführliche Erklärung
Historisch findet sich das Ochsenauge vor allem in der Gründerzeit- und Jugendstilarchitektur als prägendes gestalterisches Element in Giebeln oder Dachgauben. In moderner Architektur wird die Form gelegentlich als bullaugenähnliches Fassadenelement aufgegriffen. Die Hauptfunktion liegt in der Belichtung von Dachräumen oder Treppenhäusern; manche Ausführungen sind fest verglast, andere lassen sich als Klappflügel um eine Mittelachse drehen.
Bei denkmalgeschützten Altbauten ist das Ochsenauge oft ein prägendes Fassadenmerkmal, das im Rahmen von Sanierungen erhalten oder originalgetreu nachgebaut werden muss. Energetisch ist die Ertüchtigung wegen der ungewöhnlichen Form aufwendig, da meist eine Sonderanfertigung notwendig ist, was mit höheren Kosten verbunden ist.
Für Makler relevant: Bei denkmalgeschützten Objekten sollten Auflagen zum Erhalt solcher Fassadenelemente vor der Vermarktung geklärt werden, da sie den Sanierungsaufwand und die Kosten für potenzielle Käufer erheblich beeinflussen können.
Beispiel aus der Praxis
Der Giebel eines Gründerzeit-Mehrfamilienhauses ziert ein Ochsenauge mit originalem Sprossenfenster. Bei der geplanten energetischen Sanierung muss wegen des Denkmalschutzes eine Sonderlösung mit dem Fensterbauer abgestimmt werden.
Rechtsgrundlage
Keine spezielle Rechtsgrundlage. Bei denkmalgeschützten Gebäuden gelten die Denkmalschutzgesetze der Länder.