Schlagregenschaden
Auch: Schlagregendurchfeuchtung
Ein Schlagregenschaden entsteht, wenn Regen bei starkem Wind schräg auf die Fassade trifft und durch Risse, poröse Putzflächen oder fehlenden baulichen Schutz in die Wandkonstruktion eindringt. Die Folge sind Durchfeuchtungen, die zu Putzschäden, Frostschäden oder Schimmelbildung führen können.
Ausführliche Erklärung
Anders als bei senkrecht fallendem Regen wirkt Schlagregen durch den Winddruck horizontal auf die Fassade und kann dadurch auch bei geringer Neigung Wasser in Fugen, Risse und poröse Materialien drücken. Die Widerstandsfähigkeit einer Fassade gegen Schlagregen wird in der DIN 4108-3 in drei Beanspruchungsgruppen (I bis III) eingeteilt, abhängig von Windzone und Gebäudehöhe. Für Bestandsimmobilien ist relevant:
- Typische Schwachstellen: Haarrisse im Putz, schadhafte Fugen an Fensteranschlüssen, fehlende oder beschädigte Tropfkanten, ungeschützte Sockelbereiche, Risse in Wärmedämmverbundsystemen.
- Folgeschäden: sichtbare Durchfeuchtungsflecken innen, Frostabplatzungen bei Wechsel von Nässe und Frost, Schimmelbildung an Innenwänden, Korrosion an eingebauten Metallteilen (Fensterstürze, Anker).
- Prüfung: Feuchtemessungen an der Innenwand in Verbindung mit einer Fassadenbegutachtung (Rissbild, Putzzustand, Anschlussdetails) klären, ob der Schaden auf mangelhaften Witterungsschutz oder auf andere Ursachen (z. B. aufsteigende Feuchtigkeit) zurückgeht.
- Sanierung: Rissverpressung, Neuverputzung mit geeignetem Schlagregenschutz, hydrophobierende Anstriche, ggf. nachträgliche Fassadendämmung mit korrektem Feuchteschutzkonzept.
Für Makler ist ein erkennbarer Schlagregenschaden ein offenbarungspflichtiger Umstand, besonders wenn er bereits zu Folgeschäden im Innenraum geführt hat. Bei Altbauten in exponierter Lage (freistehende Wetterseite, Gebäudehöhe) lohnt sich der Hinweis auf eine fachliche Einschätzung, da wiederholte Schlagregenschäden auf strukturelle Mängel der Fassadenkonstruktion hindeuten können.
Beispiel aus der Praxis
Nach mehreren Herbststürmen zeigt die wetterzugewandte Giebelseite eines Einfamilienhauses innen feuchte Flecken. Ein Fassadengutachter stellt feine Putzrisse und eine fehlende Tropfkante über dem Sockel fest – klassische Ursachen für einen Schlagregenschaden, der durch Rissverpressung und einen hydrophobierenden Anstrich behoben werden kann.