String-Wechselrichter
Auch: Stringwechselrichter · Multi-String-Wechselrichter
Ein String-Wechselrichter ist das zentrale Umwandlungsgerät einer Photovoltaikanlage, das den von einer Reihe (englisch: String) hintereinandergeschalteter Solarmodule erzeugten Gleichstrom in netzkonformen Wechselstrom umwandelt. Er ist der bei Ein- und Mehrfamilienhäusern in Deutschland am weitesten verbreitete Wechselrichtertyp.
Ausführliche Erklärung
Photovoltaikmodule liefern Gleichstrom, der für die Einspeisung ins Hausnetz bzw. öffentliche Netz in Wechselstrom umgewandelt werden muss. Beim String-Wechselrichter werden mehrere Module in Reihe zu einem String verschaltet und gemeinsam an einen Wechselrichter angeschlossen; größere Anlagen nutzen häufig mehrere Strings über einen Wechselrichter mit mehreren Eingängen (Multi-String-Wechselrichter).
Für Makler relevante Aspekte:
- Abgrenzung zu anderen Wechselrichtertypen: Der Zentralwechselrichter bündelt die gesamte Anlage in einem Gerät (eher bei Großanlagen), der Modul- bzw. Mikrowechselrichter arbeitet je Modul einzeln – teurer je Watt, aber unempfindlicher gegenüber Teilverschattung.
- Verschattungsanfälligkeit: Da innerhalb eines Strings alle Module in Reihe geschaltet sind, mindert die Verschattung eines einzelnen Moduls die Leistung des gesamten Strings – bei Dachflächen mit Gauben, Schornsteinen oder Bäumen ein wichtiges Auslegungsthema.
- Lebensdauer: String-Wechselrichter haben typischerweise eine kürzere Lebensdauer (rund 10 bis 15 Jahre) als die PV-Module selbst (25 bis 30 Jahre) und müssen im Laufe der Anlagennutzung meist mindestens einmal getauscht werden – ein Kostenpunkt, den Käufer einer Bestandsimmobilie mit PV-Anlage kennen sollten.
- Standort: Wechselrichter erzeugen Betriebsgeräusche und Wärme; die Installation erfolgt meist im Keller, Hausanschlussraum oder Technikraum, was bei der Objektbeschreibung relevant sein kann.
- Bei der Anlagenbewertung (Wirtschaftlichkeit, Restwert) ist das Baujahr des Wechselrichters – nicht nur der Module – eine zentrale Kennzahl.
Beispiel aus der Praxis
Ein Einfamilienhaus verfügt über eine Dachanlage mit 20 Solarmodulen in zwei Strings zu je zehn Modulen, angeschlossen an einen String-Wechselrichter mit zwei MPP-Trackern im Keller. Als ein Baum auf der Südseite Schatten auf drei Module eines Strings wirft, sinkt die Leistung dieses gesamten Strings spürbar, während der zweite, unbeschattete String ungestört weiterläuft.
Rechtsgrundlage
Keine spezielle Rechtsgrundlage für das Bauteil selbst. Relevant sind die allgemeinen Vorschriften des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) zur Einspeisung sowie die VDE-Anschlussnormen (VDE-AR-N 4105) für den Netzanschluss von Erzeugungsanlagen.