Trinkwasserfilter
Auch: Hausanschlussfilter · Rückspülfilter
Der Trinkwasserfilter ist eine mechanische Filterarmatur, die unmittelbar nach der Wasseruhr im Keller eingebaut wird. Er hält Partikel wie Rostspäne, Sandkörner oder Dichtungsreste zurück, die aus dem öffentlichen Versorgungsnetz oder durch Bauarbeiten in die Leitung gelangen können, und schützt so Armaturen, Ventile und Geräte der Hausinstallation vor Verschleiß und Verstopfung.
Ausführliche Erklärung
Nach den Regeln der Technik (DIN 1988-200, "Trinkwasser-Installationen Typ A – Planung, Bauteile, Apparate, Werkstoffe") ist der Einbau eines Filters in jeder Trinkwasser-Installation vorgeschrieben, unabhängig davon, ob Verunreinigungen bekannt sind. Der Filter schützt nachgeschaltete Bauteile wie Druckminderer, Armaturen, Wasserzähler in Wohnungen, Waschmaschinen und Heizungskomponenten vor Fremdkörpern.
Für die Maklerpraxis relevant:
- Wartungspflicht: Filtereinsätze müssen regelmäßig gereinigt bzw. gewechselt werden (bei Rückspülfiltern meist per Rückspülhebel, bei Feinfiltern durch Austausch der Filterkerze). Ein vernachlässigter, stark verschmutzter Filter kann den Wasserdruck im gesamten Gebäude spürbar mindern – eine häufige, aber leicht behebbare Ursache für Beschwerden über "schwachen Wasserdruck".
- Abgrenzung: Der Trinkwasserfilter entfernt ausschließlich mechanische Partikel, keine gelösten Stoffe, Kalk oder Keime. Für Wasserenthärtung sind separate Enthärtungsanlagen, für Keimreduktion andere Verfahren (z. B. UV-Desinfektion) erforderlich – eine häufige Verwechslung bei Laien, die der Makler richtigstellen kann.
- Alter und Zustand: Bei älteren Gebäuden ist zu prüfen, ob überhaupt ein normgerechter Filter vorhanden ist; das Fehlen ist ein klassischer Punkt in Zustandsprotokollen und kann bei der Instandhaltungsplanung angesprochen werden.
- Der Filter befindet sich meist unmittelbar nach dem Absperrventil vor dem Wasserzähler und vor einem eventuellen Druckminderer – die richtige Einbaureihenfolge ist technisch vorgegeben.
Beispiel aus der Praxis
In einem Einfamilienhaus klagen die Bewohner über zunehmend schwachen Wasserdruck an allen Zapfstellen. Der Installateur stellt fest, dass der Trinkwasserfilter seit Jahren nicht gereinigt wurde und stark mit Rostpartikeln zugesetzt ist. Nach dem Austausch der Filterkerze ist der ursprüngliche Wasserdruck sofort wiederhergestellt.
Rechtsgrundlage
DIN 1988-200 ("Trinkwasser-Installationen Typ A – Planung, Bauteile, Apparate, Werkstoffe") schreibt den Einbau eines Filters in jeder Trinkwasserinstallation vor. Ergänzend gelten die Anforderungen der Trinkwasserverordnung an die Qualität des bereitgestellten Wassers.