Zellulosedämmung

Auch: Zellulosefaserdämmung · Einblasdämmung aus Zellulose

Zellulosedämmung ist ein Dämmstoff aus zerkleinertem, recyceltem Zeitungspapier, das mit Borsalzen oder Ammoniumphosphat gegen Brand und Schädlingsbefall behandelt wird. Sie zählt zu den nachwachsenden bzw. ökologischen Dämmstoffen und wird vor allem im Holzbau und bei der Dachdämmung als Einblasdämmung eingesetzt.

Ausführliche Erklärung

Zellulosedämmung wird industriell aus Altpapier hergestellt und in der Regel lose oder als Flocken in Hohlräume eingeblasen – etwa in Zwischensparrenbereiche des Dachs, in Holzständerwände oder in Geschossdecken. Für Makler relevante Punkte:

  • Ökologische Vorteile: Sehr gute Ökobilanz durch Recyclingmaterial, geringer Herstellungsenergieaufwand, gute Verfügbarkeit. Wird häufig bei nachhaltigen Sanierungen und im ökologischen Holzbau eingesetzt und ist ein Pluspunkt bei Käufern mit Nachhaltigkeitsfokus.
  • Bauphysik: Zellulose hat eine hohe Rohdichte und Wärmespeicherfähigkeit, was ihr einen guten sommerlichen Hitzeschutz verleiht (Phasenverschiebung) – ein Argument bei Dachgeschosswohnungen, die im Sommer zum Aufheizen neigen.
  • Wärmeleitfähigkeit: typischerweise λ = 0,038–0,045 W/(mK), also im mittleren Bereich, vergleichbar mit Mineralwolle.
  • Verarbeitung: Erfolgt meist durch Einblasverfahren durch Fachfirmen, seltener als Matten oder Platten. Wichtig ist eine fachgerechte Verdichtung, da sich lose Zellulose im Laufe der Jahre setzen kann – ein möglicher Mangelpunkt bei älteren Einblasdämmungen, wenn Dämmlücken im oberen Bereich der Konstruktion entstehen.
  • Brandschutz und Feuchte: Durch die Salzbehandlung ist Zellulose schwer entflammbar; sie kann zudem Feuchtigkeit puffern und wieder abgeben (diffusionsoffen), was für ein gutes Raumklima sorgt, aber eine sorgfältige Dampfbremsen-Planung erfordert.

Praxisrelevanz: Bei Dachgeschossausbauten oder Sanierungen älterer Häuser kann die Art der Dämmung (Mineralwolle vs. Zellulose vs. Naturdämmstoffe) ein Verkaufsargument oder ein Prüfpunkt für technisch versierte Käufer sein.

Beispiel aus der Praxis

Ein Bauherr lässt sein Steildach im Zuge der Dachgeschossausbau-Sanierung mit einer Zwischensparrendämmung aus eingeblasener Zellulose (18 cm Stärke) versehen. Der Makler kann dies im Exposé als nachhaltige und ökologisch vorteilhafte Dämmlösung hervorheben, die zusätzlich für einen besseren sommerlichen Hitzeschutz sorgt als eine reine Mineralwolldämmung.

Rechtsgrundlage

Keine spezielle Rechtsgrundlage. Die Verwendung muss den allgemeinen bauphysikalischen und brandschutzrechtlichen Anforderungen (Landesbauordnungen, DIN-Normen) sowie den energetischen Mindestanforderungen des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) entsprechen.

Verwandte Begriffe