Ziegelbauweise

Auch: Massivbauweise mit Ziegeln · Ziegelmassivbau

Die Ziegelbauweise ist eine massive Bautechnik, bei der aus Ton oder Lehm gebrannte Ziegelsteine als tragendes Wandmaterial verwendet werden.

Ausführliche Erklärung

Bei der Ziegelbauweise werden Mauerziegel – klassisch als Vollziegel, heute überwiegend als Hochlochziegel mit integrierter Dämmung – im Mauerwerksverband vermauert und bilden die tragende Wandkonstruktion eines Gebäudes. Die Ziegelbauweise zählt zu den ältesten und in Deutschland nach wie vor am weitesten verbreiteten Massivbauweisen im Wohnungsbau. Moderne Ziegelprodukte (z. B. Poroton- oder Planziegel) ermöglichen häufig eine monolithische Bauweise, bei der eine einschalige Wand ohne zusätzliche Dämmschicht die Anforderungen an den winterlichen und sommerlichen Wärmeschutz erfüllt.

Zu den Vorteilen der Ziegelbauweise zählen ein gutes, diffusionsoffenes Raumklima durch die feuchteregulierenden Eigenschaften des gebrannten Tons, hoher Brandschutz aufgrund der Nichtbrennbarkeit des Materials, guter Schallschutz durch die Masse des Mauerwerks sowie hohe Langlebigkeit und Wertbeständigkeit. Nachteilig sind im Vergleich zu Leichtbauweisen tendenziell längere Bauzeiten und ein höherer Materialeinsatz. Bauphysikalisch relevant sind vor allem die Wärmeleitfähigkeit des gewählten Ziegeltyps, die Wanddicke sowie die fachgerechte Ausführung von Anschlüssen und Wärmebrücken, da diese Faktoren maßgeblich über die Erfüllung der Anforderungen des Gebäudeenergiegesetzes entscheiden.

Beispiel aus der Praxis

Ein Bauherr entscheidet sich beim Neubau eines Einfamilienhauses für eine monolithische Ziegelbauweise mit 42,5 cm dicken Poroton-Hochlochziegeln, wodurch auf ein zusätzliches Wärmedämmverbundsystem verzichtet werden kann.

Rechtsgrundlage

Keine eigenständige gesetzliche Regelung. Anforderungen an Standsicherheit, Wärme- und Schallschutz von Mauerwerkskonstruktionen ergeben sich aus den einschlägigen DIN-Normen (u. a. DIN EN 1996 für Mauerwerksbau) sowie dem Gebäudeenergiegesetz.

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