Frischwasserstation
Auch: Frischwassermodul · Durchfluss-Trinkwassererwärmer
Eine Frischwasserstation erwärmt Trinkwasser bedarfsgerecht im Durchflussprinzip: Ein Pufferspeicher hält lediglich Heizwasser vor, das über einen Plattenwärmetauscher das durchströmende kalte Trinkwasser im Moment der Entnahme erhitzt – ohne dass warmes Trinkwasser selbst gespeichert wird.
Ausführliche Erklärung
Anders als beim klassischen Warmwasserspeicher, in dem erwärmtes Trinkwasser über längere Zeit bevorratet wird, zirkuliert in der Frischwasserstation nur Heiz- bzw. Pufferwasser im Speicher; das Trinkwasser wird erst im Bedarfsfall über einen Wärmetauscher hindurchgeleitet und dabei erwärmt. Dieses Prinzip hat mehrere praxisrelevante Vorteile:
- Geringeres Legionellenrisiko: Da kein warmes Trinkwasser über längere Zeit gespeichert wird, sinkt das Risiko einer Legionellenvermehrung erheblich – ein Pluspunkt gegenüber großen Speichersystemen, insbesondere bei Mehrfamilienhäusern.
- Kombination mit erneuerbaren Wärmeerzeugern: Frischwasserstationen werden häufig mit Wärmepumpen, Solarthermie oder Pelletheizungen kombiniert, da der Pufferspeicher als thermischer Speicher für mehrere Wärmequellen dient.
- Komfort: Trotz Durchflussprinzip wird im Gegensatz zum klassischen Durchlauferhitzer eine gleichbleibend hohe Warmwassermenge bei stabiler Temperatur bereitgestellt, da der Pufferspeicher ausreichend Wärme vorhält.
- Platz- und Effizienzvorteil: Gegenüber redundanten Warmwasserspeichern ermöglicht die Frischwasserstation oft eine kompaktere Bauweise und reduziert Bereitschaftsverluste.
Für Makler relevant:
- Bei Mehrfamilienhäusern mit zentraler Frischwasserstation und Zirkulationsleitung sind die hygienischen Anforderungen nach DVGW-Arbeitsblatt W 551 (u. a. Mindesttemperaturen, Legionellenprüfungen alle drei Jahre bei Großanlagen) zu beachten – relevant für die technische Objektprüfung und Betriebskosten.
- Die Umrüstung von einem alten Speichersystem auf eine Frischwasserstation wird häufig im Zuge einer Heizungsmodernisierung (z. B. Einbau Wärmepumpe) empfohlen und kann als Modernisierungsargument im Exposé genannt werden.
Beispiel aus der Praxis
In einem sanierten Mehrfamilienhaus wird die zentrale Warmwasserbereitung von einem alten, großvolumigen Speicher auf eine Frischwasserstation mit Pufferspeicher umgestellt. Dadurch entfällt die Pflicht zur regelmäßigen Legionellenprüfung des Trinkwasserspeichers, da kein warmes Trinkwasser mehr vorgehalten wird.
Rechtsgrundlage
- DVGW-Arbeitsblatt W 551 – Technische Regel zur Trinkwassererwärmung und -verteilung, insbesondere zur Legionellenprävention.
- Trinkwasserverordnung (TrinkwV) – gesetzliche Grundlage für Hygieneanforderungen an die Trinkwassererwärmung in Gebäuden.