Grabendach

Auch: Kehldach · Mittengraben

Ein Grabendach besteht aus zwei zueinander geneigten Dachflächen, die in der Mitte des Gebäudes zusammenlaufen und dort statt eines Firsts eine tiefliegende, innenliegende Rinne bilden. Das Regenwasser wird über diesen "Graben" gesammelt und meist durch ein innen liegendes Fallrohr abgeführt.

Ausführliche Erklärung

Das Grabendach ist eine in Deutschland eher seltene, aber bei bestimmten Bauformen (Doppelhäusern, Reihenhäusern, gewerblichen Hallenbauten) vorkommende Dachkonstruktion, die für Makler vor allem im Hinblick auf Entwässerung und Sanierungsrisiken relevant ist:

  • Konstruktionsprinzip: Zwei Pultdächer neigen sich aufeinander zu und bilden in der Mitte eine Kehle bzw. Rinne, die – anders als beim klassischen Satteldach mit sichtbarem First – von außen oft kaum erkennbar ist, da die Rinne innenliegend zwischen den Dachflächen verläuft.
  • Entwässerung als Schwachstelle: Da das Wasser aus zwei Dachflächen in einer zentralen, innenliegenden Rinne zusammengeführt wird, ist diese Konstruktion besonders anfällig für Verstopfungen (Laub, Schmutz) und in der Folge für Wassereintritt ins Gebäudeinnere. Regelmäßige Wartung und Kontrolle der Rinne sowie des innenliegenden Fallrohrs sind essenziell.
  • Praxisrelevanz für Makler: Bei Besichtigungen von Gebäuden mit Grabendach sollte gezielt nach Feuchtigkeitsschäden im Dachbereich, der Wartungshistorie der Dachentwässerung und eventuellen Reparaturen an der Kehle gefragt werden. Bausachverständige prüfen hier besonders sorgfältig, da Schäden an innenliegenden Rinnen oft erst spät sichtbar werden (versteckte Feuchtigkeit im Dachstuhl).
  • Abgrenzung: Zu unterscheiden vom klassischen Satteldach (First oben, Traufen außen) und vom Pultdach (einseitig geneigt); das Grabendach kombiniert praktisch zwei Pultdächer mit Gefälle zur Gebäudemitte statt nach außen.

Beispiel aus der Praxis

Ein Doppelhaus aus den 1990er-Jahren hat ein Grabendach, dessen mittlere Kehlrinne über ein innenliegendes Fallrohr entwässert wird. Bei der Besichtigung stellt der Bausachverständige fest, dass die Rinne seit Jahren nicht gereinigt wurde und empfiehlt vor dem Kauf eine Dachbegehung, um Feuchtigkeitsschäden am Dachstuhl auszuschließen.

Rechtsgrundlage

Keine spezielle Rechtsgrundlage. Relevant sind die anerkannten Regeln der Technik zur Dachentwässerung (DIN 1986, Flachdachrichtlinie) sowie die allgemeinen Sorgfaltspflichten bei der Instandhaltung von Dachflächen.

Verwandte Begriffe