Gründach
Auch: Dachbegrünung · Grünes Dach
Ein Gründach ist eine mit Pflanzen begrünte Dachfläche, meist auf Flachdächern oder flach geneigten Dächern angelegt. Es besteht aus mehreren Schichten (Abdichtung, Drainage, Substrat, Vegetation) und dient dem Regenwasserrückhalt, der Verbesserung des Mikroklimas und oft auch optischen sowie energetischen Zwecken.
Ausführliche Erklärung
Dachbegrünungen gewinnen in Deutschland durch Klimaanpassung, kommunale Förderprogramme und zunehmende Vorschriften stark an Bedeutung – für Makler relevant sind Kostenstruktur, Pflegeaufwand und mögliche Vorteile bei Abgaben:
- Extensive Dachbegrünung: Dünne Substratschicht (6–15 cm), pflegearme Vegetation wie Sedum, Moose und Gräser; geringes zusätzliches Gewicht (ca. 60–150 kg/m²), kaum Bewässerung oder Pflege nötig. Häufigste Variante bei Wohn- und Gewerbeneubauten.
- Intensive Dachbegrünung ("Dachgarten"): Dickere Substratschicht (über 15–30 cm, teils über 1 m), ermöglicht Rasenflächen, Sträucher, teils sogar Bäume; deutlich höhere Statikanforderungen, Bewässerung und Pflegeaufwand, aber nutzbar als Terrasse oder Garten.
- Funktionen: Regenwasserrückhalt und -verzögerung (Entlastung der Kanalisation), Verbesserung des Mikroklimas und der Luftqualität, zusätzlicher Wärme- und Schallschutz, Schutz der Dachabdichtung vor UV-Strahlung und Temperaturschwankungen (verlängerte Lebensdauer der Abdichtung), Lebensraum für Insekten und Vögel.
- Finanzielle Anreize: Viele Kommunen fördern Gründächer durch Zuschüsse oder reduzieren die Niederschlagswassergebühr (gespaltene Abwassergebühr) bei begrünten Dachflächen, da weniger Regenwasser in die Kanalisation abfließt. Auch die KfW fördert Dachbegrünungen im Rahmen von Nachhaltigkeitsprogrammen.
- Statik und Kosten: Vor Nachrüstung eines Gründachs auf einem Bestandsgebäude ist zwingend die Tragfähigkeit der Dachkonstruktion statisch zu prüfen. Kosten liegen bei extensiver Begrünung bei etwa 25–60 €/m², bei intensiver Begrünung deutlich höher.
- Kombination mit Photovoltaik: Kombinierte "Biosolar-Dächer" (Gründach mit aufgeständerter PV-Anlage) profitieren von einem kühleren Mikroklima, das die Effizienz der Solarmodule leicht erhöht.
Beispiel aus der Praxis
Ein Bauträger errichtet ein Mehrfamilienhaus mit Flachdach und lässt eine extensive Dachbegrünung mit Sedum-Bepflanzung aufbringen. Die Gemeinde reduziert daraufhin die Niederschlagswassergebühr für das Grundstück, was der Makler als Kostenvorteil im Exposé für die Eigentumswohnungen hervorhebt.
Rechtsgrundlage
- Landesbauordnungen – Einige Bundesländer und Kommunen schreiben bei Flachdachneubauten eine Begrünungspflicht vor (z. B. Berlin, Hamburg, München).
- Kommunale Entwässerungssatzungen – Regeln die gespaltene Niederschlagswassergebühr, die bei begrünten Dachflächen reduziert wird.
- Gebäudeenergiegesetz (GEG) – Dachbegrünung kann im Rahmen der energetischen Gesamtbilanz und bei Nachhaltigkeitszertifizierungen positiv angerechnet werden.