Kollektor
Auch: Sonnenkollektor · Solarkollektor
Ein Kollektor (Sonnen- oder Solarkollektor) ist das zentrale Bauteil einer solarthermischen Anlage: Er fängt Sonnenstrahlung ein, wandelt sie in Wärme um und überträgt diese an ein Wärmeträgermedium, das zur Warmwasserbereitung oder Heizungsunterstützung genutzt wird.
Ausführliche Erklärung
In der Immobilienpraxis begegnet der Begriff vor allem im Zusammenhang mit solarthermischen Anlagen auf Dächern von Wohn- und Gewerbeimmobilien. Man unterscheidet insbesondere:
- Flachkollektor: Flacher, verglaster Kasten mit dunkler Absorberfläche; die gängigste und kostengünstigste Bauart für Ein- und Mehrfamilienhäuser.
- Vakuumröhrenkollektor: Absorber in evakuierten Glasröhren; höherer Wirkungsgrad, besonders bei niedrigen Außentemperaturen, aber teurer in der Anschaffung.
- Luftkollektor: Erwärmt statt eines Flüssigkeitskreislaufs direkt Luft, seltener in Wohngebäuden eingesetzt.
Solarkollektoren werden meist zur Trinkwassererwärmung (Solarthermie zur Warmwasserbereitung) oder in Kombination mit einem weiteren Wärmeerzeuger (z. B. Wärmepumpe, Gas- oder Pelletheizung) zur sogenannten heizungsunterstützenden Solarthermie eingesetzt. Anders als Photovoltaikmodule erzeugen Kollektoren keinen Strom, sondern unmittelbar nutzbare Wärme. Für Immobilienbewertung und -vermarktung ist relevant, dass eine funktionierende, gut dimensionierte Solarthermieanlage die Energiebilanz eines Gebäudes verbessert und im Energieausweis positiv zu Buche schlägt; zudem können solche Anlagen im Rahmen der Anforderungen des Gebäudeenergiegesetzes zur Erfüllung der Pflicht zur Nutzung erneuerbarer Energien beitragen (siehe Erneuerbare-Energien-Heizung).
Qualität und Leistungsfähigkeit von Kollektoren werden europaweit einheitlich nach der Normenreihe DIN EN 12975 (allgemeine Anforderungen, Sicherheit) geprüft; die konkreten Leistungstests laufen heute überwiegend nach DIN EN ISO 9806.
Beispiel aus der Praxis
Auf dem Dach eines Einfamilienhauses sind sechs Quadratmeter Flachkollektoren installiert, die im Sommer nahezu den gesamten Warmwasserbedarf der Familie decken und im Winter die Gasheizung bei der Warmwasserbereitung unterstützen. Im Energieausweis des Hauses wirkt sich diese solarthermische Unterstützung positiv auf den Endenergiebedarf aus.
Rechtsgrundlage
- DIN EN 12975 – Normenreihe „Thermische Solaranlagen und ihre Bauteile – Sonnenkollektoren"; regelt allgemeine Anforderungen, Sicherheit und (ergänzend über DIN EN ISO 9806) Prüfverfahren für Kollektoren.