Preisrunden-Strategie

Auch: Staffelpreisstrategie · gestaffelte Preisreduzierung

Bei der Preisrunden-Strategie wird ein zu hoch angesetzter Angebotspreis nicht in einem Schritt, sondern in mehreren, oft vorab geplanten Stufen über den Vermarktungszeitraum hinweg gesenkt, um die Marktreaktion in jeder Phase zu beobachten und zu steuern.

Ausführliche Erklärung

Die Preisrunden-Strategie ist ein häufig praktiziertes, aber unter Immobilienprofis kontrovers diskutiertes Vorgehen:

  • Funktionsweise: Statt einer einmaligen, deutlichen Preiskorrektur wird der Preis in mehreren kleineren Schritten gesenkt (z. B. alle drei bis vier Wochen um 3–5 %), begleitet von jeweils neuen Marktanpassungsgesprächen mit dem Eigentümer.
  • Vorteil aus Eigentümersicht: Die Preissenkung erfolgt in psychologisch „verdaulicheren" Schritten, was für viele Eigentümer leichter zu akzeptieren ist als eine große Korrektur auf einmal.
  • Wesentlicher Nachteil: Auf Immobilienportalen wird die Preishistorie eines Objekts für Interessenten teils sichtbar oder zumindest über die lange Vermarktungsdauer spürbar. Wiederholte, kleine Preissenkungen erzeugen den Eindruck eines „Problemobjekts" oder Ladenhüters und können potenzielle Käufer zusätzlich abschrecken oder zu weiterem Abwarten verleiten, in der Erwartung noch niedrigerer Preise.
  • Alternative Fachmeinung: Viele erfahrene Makler empfehlen stattdessen eine einmalige, aber ausreichend deutliche Preiskorrektur direkt auf den realistischen Marktwert, um genau diesen negativen Signaleffekt zu vermeiden und die Vermarktung schnell neu zu beleben.
  • Entscheidungskriterien: Die Wahl zwischen Preisrunden-Strategie und einmaliger Korrektur hängt von der Marktlage (Käufer- oder Verkäufermarkt), der Persönlichkeit des Eigentümers und der bisherigen Vermarktungsdauer ab.
  • Eine sorgfältige Dokumentation und klare Kommunikation der Preisrunden-Logik gegenüber dem Eigentümer ist wichtig, um Vertrauen zu erhalten und den Eindruck von Unsicherheit oder Preisverfall zu vermeiden.

Beispiel aus der Praxis

Ein Objekt wird zunächst für 600.000 Euro angeboten. Nach vier Wochen ohne Anfragen senkt der Makler den Preis auf 580.000 Euro, nach weiteren vier Wochen auf 560.000 Euro. Erst bei diesem dritten Preisniveau kommen ernsthafte Kaufangebote – allerdings ist die Vermarktungsdauer inzwischen deutlich länger als der Marktdurchschnitt, was einzelne Interessenten kritisch hinterfragen.

Rechtsgrundlage

Keine spezielle Rechtsgrundlage.

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