Vermarktungsdauer

Auch: Time on Market · Verkaufsdauer

Die Vermarktungsdauer, im angelsächsischen Raum auch "Time on Market" genannt, misst, wie lange ein Immobilienangebot von der ersten Veröffentlichung bis zum erfolgreichen Vertragsabschluss auf dem Markt aktiv war. Sie ist eine wichtige Kennzahl zur Bewertung von Preis- und Vermarktungsstrategie.

Ausführliche Erklärung

Die Vermarktungsdauer hängt von zahlreichen Faktoren ab: Lage und Nachfrage, Zustand und Ausstattung des Objekts, Marktphase (Käufer- oder Verkäufermarkt), Qualität von Exposé und Fotomaterial sowie – ganz zentral – dem gewählten Angebotspreis. In gefragten Lagen mit knapper Verkäufermarktlage können Objekte innerhalb weniger Tage bis Wochen verkauft werden; in ländlichen Regionen oder bei Spezialimmobilien sind mehrere Monate bis über ein Jahr keine Seltenheit.

Für Makler ist die Vermarktungsdauer ein wichtiges Steuerungs- und Reporting-Instrument:

  • Frühwarnsystem: Eine ungewöhnlich lange Vermarktungsdauer im Vergleich zu ähnlichen Objekten in der Region deutet meist auf eine zu hohe Preisvorstellung, mangelhafte Präsentation oder strukturelle Objektmängel hin.
  • "Marktverbranntheit": Bleibt ein Angebot zu lange sichtbar unverändert auf Portalen inseriert, wird es von Interessenten als "hängengeblieben" wahrgenommen, was Preisnachlässe und Vertrauensverlust nach sich ziehen kann. Eine gezielte Vermarktungsunterbrechung oder Neuauflage des Inserats kann diesem Effekt entgegenwirken.
  • KPI im Maklerreporting: Viele Büros tracken die durchschnittliche Vermarktungsdauer je Objekttyp und Preissegment, um Kunden realistische Erwartungen zu vermitteln und die eigene Vermarktungsstrategie zu optimieren.

Beispiel aus der Praxis

Eine Eigentumswohnung wird am 1. März inseriert und der Kaufvertrag am 20. April notariell beurkundet. Die Vermarktungsdauer beträgt somit rund sieben Wochen – für die betreffende Lage ein unterdurchschnittlicher, guter Wert.

Rechtsgrundlage

Keine spezielle Rechtsgrundlage. Die Vermarktungsdauer ist eine betriebswirtschaftliche Kennzahl ohne eigene gesetzliche Regelung.

Verwandte Begriffe