Rohrsanierung

Auch: Leitungssanierung · grabenlose Rohrsanierung

Rohrsanierung bezeichnet die Instandsetzung oder Erneuerung schadhafter oder veralteter Trinkwasser-, Abwasser- oder Heizungsleitungen in einem Gebäude, häufig mit grabenlosen (nicht aufgrabenden) Verfahren.

Ausführliche Erklärung

In Bestandsimmobilien, insbesondere in Gebäuden mit Baujahr vor 1970 (verzinkte Stahlrohre) oder mit Bleileitungen, führen Korrosion, Kalkablagerungen oder Materialermüdung im Laufe der Jahrzehnte zu Undichtigkeiten, Rohrbrüchen oder Beeinträchtigungen der Trinkwasserqualität. Statt die betroffenen Leitungen vollständig freizulegen und auszutauschen, kommen zunehmend grabenlose Sanierungsverfahren zum Einsatz:

  • Schlauchlining (Inliner-Verfahren): Ein mit Kunstharz getränkter Schlauch wird in die vorhandene Leitung eingebracht und dort ausgehärtet, sodass ein „Rohr im Rohr" entsteht. Anwendbar bei drucklosen Leitungen ebenso wie bei Druckleitungen (Trinkwasser, Gas, Abwasser).
  • Berstlining (Rohrbersten): Die alte Leitung wird beim Einziehen einer neuen Leitung zerstört und gleichzeitig ersetzt; geeignet bei starken Schäden wie Wurzeleinwuchs oder Rohrbrüchen.
  • Spraycoating (Beschichtungsverfahren): Eine Beschichtung wird von innen auf die Rohrwand aufgesprüht; besonders geeignet für die Sanierung von Steigleitungen in Mehrfamilienhäusern, ohne Wohnungen aufwendig öffnen zu müssen.

Im Vergleich zur offenen Bauweise (Aufgraben bzw. Aufstemmen) sind grabenlose Verfahren meist schneller, verursachen weniger Folgeschäden an Böden, Fliesen und Putz und sind bei bewohnten Objekten deutlich weniger störend. Für Immobilienbewertung und Kaufentscheidung ist relevant, ob ein Altrohrsystem bereits saniert wurde oder ein Sanierungsstau besteht, da nicht sanierte Altleitungen (insbesondere Bleileitungen) sowohl ein Instandhaltungsrisiko als auch – bei Trinkwasserleitungen – ein gesundheitliches Risiko darstellen können.

Beispiel aus der Praxis

In einem Mehrfamilienhaus aus den 1960er-Jahren zeigen die Steigleitungen der Trinkwasserinstallation zunehmend Korrosionsschäden. Statt sämtliche Bäder und Küchen der Mietwohnungen aufzustemmen, entscheidet sich die Hausverwaltung für ein Schlauchlining-Verfahren, bei dem die Leitungen von innen saniert werden – die Bewohner können während der mehrtägigen Arbeiten größtenteils in ihren Wohnungen bleiben.

Rechtsgrundlage

Keine spezielle Rechtsgrundlage. Das Sanierungsverfahren selbst ist technisch geprägt; für die Beschaffenheit von Trinkwasserleitungen gelten allgemein die Anforderungen der Trinkwasserverordnung an Werkstoffe und Betrieb von Trinkwasser-Installationen.

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