Schallschutzverglasung
Auch: Schallschutzglas · Schallschutzfenster (Verglasung)
Schallschutzverglasung ist eine speziell konstruierte Fensterverglasung, die den Eintrag von Außenlärm (z. B. Straßen-, Flug- oder Gewerbelärm) in Innenräume durch asymmetrischen Glasaufbau, größere Scheibenabstände oder schalldämmende Verbundgläser deutlich reduziert.
Ausführliche Erklärung
Standard-Isolierverglasungen sind primär auf Wärmedämmung ausgelegt und bieten dabei häufig nur begrenzten Schallschutz, da gleich dicke, parallel angeordnete Scheiben in bestimmten Frequenzbereichen zu Resonanzeffekten neigen. Schallschutzverglasungen wirken dem entgegen, indem sie unterschiedliche Glasdicken kombinieren, den Scheibenzwischenraum vergrößern oder schalldämmende Verbundsicherheitsgläser (mit einer schalldämmenden Folie zwischen zwei Glasscheiben) einsetzen. Je nach Bauart werden Schallschutzklassen erreicht, die den bewerteten Schalldämmwert (Rw) des Fensters in Dezibel angeben; je höher dieser Wert, desto besser die Dämmwirkung.
Bauaufsichtlich ist der erforderliche Schallschutz von Außenbauteilen – einschließlich Fenstern – in der Normenreihe DIN 4109 „Schallschutz im Hochbau" geregelt. Sie berücksichtigt insbesondere den sogenannten „maßgeblichen Außenlärmpegel" am jeweiligen Standort (abhängig von Verkehrsaufkommen, Nähe zu Bahntrassen oder Flughäfen) und leitet daraus Anforderungen an das resultierende Schalldämm-Maß der Außenbauteile ab. In lärmbelasteten Lagen – etwa an stark befahrenen Straßen oder in Einflugschneisen – kann eine erhöhte Schallschutzverglasung damit sowohl bauordnungsrechtlich erforderlich als auch für den Wohnkomfort und die Vermarktbarkeit einer Immobilie entscheidend sein.
Für Makler ist relevant, dass sich Schallschutz- und Wärmeschutzanforderungen an ein Fenster nicht immer optimal kombinieren lassen und Bauherren bei stark lärmbelasteten Objekten gezielt Fenster mit entsprechend zertifizierter Schallschutzklasse einplanen sollten. Der nachträgliche Austausch von Standardfenstern gegen Schallschutzverglasung ist eine häufige Modernisierungsmaßnahme bei Bestandsimmobilien in lärmexponierter Lage.
Beispiel aus der Praxis
Ein Reihenhaus liegt direkt an einer stark befahrenen Hauptstraße. Beim Fensteraustausch entscheidet sich der Eigentümer für eine Schallschutzverglasung mit erhöhtem Schalldämm-Maß, wodurch der Verkehrslärm im Wohnzimmer spürbar reduziert wird und die Immobilie für lärmempfindliche Käufer attraktiver wird.
Rechtsgrundlage
- DIN 4109 (Schallschutz im Hochbau) – legt in Abhängigkeit vom maßgeblichen Außenlärmpegel die bauaufsichtlichen Mindestanforderungen an das Schalldämm-Maß von Außenbauteilen einschließlich Fenstern fest.