Schufa-Score
Auch: Score-Wert · Bonitätsscore
Der Schufa-Score ist ein von der Schufa Holding AG berechneter Zahlenwert, der die statistische Wahrscheinlichkeit ausdrückt, mit der eine Person ihre finanziellen Verpflichtungen künftig vertragsgemäß erfüllt. Je höher der Score, desto geringer das prognostizierte Ausfallrisiko.
Ausführliche Erklärung
Für Makler ist der Schufa-Score vor allem als Einflussgröße auf die Finanzierungszusage und die angebotenen Zinskonditionen relevant, aber auch bei der Wohnungsvermietung als Bestandteil der Bonitätsprüfung von Mietinteressenten.
Wichtige Aspekte:
- Basisscore vs. branchenspezifischer Score: Die Schufa berechnet mehrere Scores – einen allgemeinen „Basisscore" für den Verbraucher selbst sowie branchenspezifische Scores, die Banken und Vermieter bei Anfragen erhalten und die je nach Verwendungszweck (Kredit, Miete, Telekommunikation) unterschiedlich gewichtet sind.
- Skalierung: Üblich ist eine Skala von 0 bis 100 %, wobei Werte über etwa 95–97 % als sehr gute Bonität gelten. Banken legen intern eigene Schwellenwerte fest, ab denen ein Kredit noch, nur zu schlechteren Konditionen oder gar nicht vergeben wird.
- Einflussfaktoren: In die Berechnung fließen unter anderem die Anzahl und Art bestehender Kreditverträge, das Zahlungsverhalten in der Vergangenheit, die Kontohistorie und Anfragehäufigkeit ein – nicht jedoch Einkommen, Vermögen, Geschlecht oder Wohnort, da solche Daten der Schufa in der Regel nicht vorliegen oder rechtlich nicht einbezogen werden dürfen.
- Bedeutung für die Finanzierung: Ein niedriger Score kann dazu führen, dass eine Bank ein Darlehen ablehnt oder nur zu einem höheren Zinssatz anbietet (siehe Risikoklasse). Käufer mit grenzwertigem Score sollten frühzeitig ihre Schufa-Eigenauskunft prüfen.
- Automatisierte Entscheidung: Nach Art. 22 DSGVO dürfen Kreditentscheidungen nicht ausschließlich auf einer automatisierten Score-Berechnung beruhen; Betroffene haben das Recht auf menschliche Überprüfung.
Beispiel aus der Praxis
Eine Bank prüft den Finanzierungsantrag eines Käuferpaares. Der Schufa-Score beider Antragsteller liegt bei 97 %, was von der Bank als sehr gute Bonität eingestuft wird. Das Paar erhält daraufhin ein Zinsangebot am unteren Ende der marktüblichen Spanne.
Rechtsgrundlage
- Art. 22 DSGVO – Verbot ausschließlich automatisierter Entscheidungen mit rechtlicher Wirkung, Recht auf menschliche Überprüfung von Score-basierten Ablehnungen.
- § 31 BDSG – ergänzende nationale Regelungen zur Zulässigkeit und Transparenz von Scoring-Verfahren.