Dachbegrünung
Auch: Gründach · Begrünung Dach
Dachbegrünung ist die Bepflanzung eines Flach- oder flach geneigten Daches mit Vegetation auf einem speziellen Schichtaufbau aus Abdichtung, Dränage, Substrat und Pflanzen. Man unterscheidet extensive Dachbegrünung (pflegearm, geringe Aufbauhöhe) und intensive Dachbegrünung (gartenähnlich, höhere Aufbauhöhe und Lastanforderungen).
Ausführliche Erklärung
Extensive Dachbegrünungen bestehen meist aus genügsamen Pflanzen wie Sedum, Moosen und Kräutern, benötigen wenig Pflege und eine geringe Aufbauhöhe, wodurch sie auch auf Garagen, Carports oder Gewerbedächern eingesetzt werden. Intensive Dachbegrünungen ermöglichen dagegen Rasenflächen, Sträucher oder sogar Bäume und werden wie ein Garten genutzt, erfordern aber eine deutlich höhere Tragfähigkeit der Dachkonstruktion sowie regelmäßige Pflege.
Dachbegrünungen verbessern die Wärmedämmung im Sommer, verzögern den Regenwasserabfluss, binden Feinstaub und schaffen ökologische Ausgleichsflächen. In vielen Kommunen ist die Dachbegrünung Bestandteil von Bebauungsplänen oder wird über Grünflächen- und Ausgleichsvorgaben gefordert oder gefördert; eine bundeseinheitliche gesetzliche Pflicht besteht jedoch nicht. Für Makler ist eine bestehende oder mögliche Dachbegrünung ein Vermarktungsargument im Bereich Nachhaltigkeit, kann aber auch statische und pflegerische Fragen aufwerfen, die im Exposé transparent dargestellt werden sollten.
Beispiel aus der Praxis
Ein Bauträger plant für ein neues Mehrfamilienhaus ein Flachdach mit extensiver Dachbegrünung, da der örtliche Bebauungsplan für Neubauten mit Flachdach eine Begrünung zur Regenwasserrückhaltung vorschreibt. Der Makler nutzt die Dachbegrünung im Exposé als Argument für nachhaltiges Wohnen.
Rechtsgrundlage
Keine bundesweite gesetzliche Pflicht; Vorgaben zur Dachbegrünung ergeben sich – falls vorhanden – aus kommunalem Satzungsrecht bzw. den Festsetzungen des jeweiligen Bebauungsplans.