Brauchwasserwärmepumpe

Auch: Warmwasserwärmepumpe · Trinkwasserwärmepumpe

Eine Brauchwasserwärmepumpe (auch Warmwasser- oder Trinkwasserwärmepumpe genannt) erzeugt ausschließlich warmes Trinkwasser, indem sie der Umgebungsluft – meist im Keller oder Hauswirtschaftsraum – Wärme entzieht und über einen Speicher an das Wasser abgibt. Sie ersetzt oder ergänzt damit den klassischen elektrischen Boiler oder die Warmwasserbereitung über den Heizkessel.

Ausführliche Erklärung

Für Makler ist die Brauchwasserwärmepumpe vor allem bei Bestandsimmobilien interessant, in denen die Heizungsanlage im Sommer für die reine Warmwasserbereitung ineffizient arbeiten würde.

  • Funktionsprinzip: Ein Kompressor-Kältekreislauf entzieht der Raumluft (häufig aus dem Keller oder Technikraum, teils mit Abluftkanal nach außen) Wärme und gibt sie über einen Wärmetauscher an einen integrierten oder externen Warmwasserspeicher ab.
  • Abgrenzung: Anders als die Abluft-Wärmepumpe, die die Wärme aus der kontrollierten Wohnraumlüftung nutzt, arbeitet die Brauchwasserwärmepumpe meist eigenständig mit der Raumluft eines Aufstellraums und ist unabhängig von einer zentralen Lüftungsanlage.
  • Effekt auf den Aufstellraum: Da dem Aufstellraum kontinuierlich Wärme entzogen wird, kühlt dieser ab – ein Effekt, der in ungedämmten Kellern zu Kondensationsproblemen führen kann, wenn nicht ausreichend Zuluft (z. B. aus angrenzenden, wärmeren Räumen oder von außen) zugeführt wird.
  • Effizienz: Die Jahresarbeitszahl (Verhältnis von erzeugter Wärme zu eingesetztem Strom) liegt bei Brauchwasserwärmepumpen typischerweise bei 2,5 bis 3,5 und damit deutlich günstiger als bei einem reinen Elektroboiler.
  • Förderung und GEG: Der Einbau kann im Rahmen der Heizungssanierung zur Erfüllung der 65-%-Erneuerbare-Anforderung des Gebäudeenergiegesetzes beitragen, insbesondere wenn sie den elektrischen Durchlauferhitzer oder Boiler ersetzt; eine Förderung im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) ist möglich.
  • Praxisrelevanz: Beim Verkauf eines Hauses mit Brauchwasserwärmepumpe sollte der Makler auf Alter, Wartungszustand des Speichers und mögliche Legionellenschutz-Maßnahmen (Mindesttemperatur des Speichers) hinweisen.

Beispiel aus der Praxis

In einem sanierten Einfamilienhaus wurde der alte Elektroboiler durch eine Brauchwasserwärmepumpe im Keller ersetzt, die im Sommer die Umgebungswärme des Technikraums nutzt. Der Makler weist darauf hin, dass dadurch die Stromkosten für Warmwasser spürbar gesunken sind, der Keller im Betrieb aber etwas kühler wird.

Rechtsgrundlage

  • Gebäudeenergiegesetz (GEG) – regelt Anforderungen an den Anteil erneuerbarer Energien bei der Warmwasserbereitung im Rahmen der Heizungsmodernisierung.

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