Digitales Geländemodell
Auch: DGM · Digital Terrain Model · DTM
Ein Digitales Geländemodell (DGM) ist eine flächendeckende, digitale Darstellung der Höhenverhältnisse der reinen Erdoberfläche – also ohne Gebäude, Bäume oder sonstigen Bewuchs. Es wird u. a. aus Laserscanning-Befliegungen (LiDAR) gewonnen und von den Vermessungsverwaltungen der Länder bereitgestellt.
Ausführliche Erklärung
Für Makler und Bauplanung ist das DGM ein wichtiges Hilfsmittel, um die Geländetopografie eines Grundstücks vor Ort oder am Bildschirm einzuschätzen, ohne eine eigene Vermessung beauftragen zu müssen.
Wichtige Praxisanwendungen:
- Hangneigung und Geländeform: Aus dem DGM lässt sich ablesen, ob ein Grundstück eben, geneigt oder in Hanglage ist – relevant für Erschließungskosten, Gründungsart und Barrierefreiheit.
- Hochwasser- und Starkregengefahr: Kombiniert mit Fließgewässerdaten dient das DGM zur Erstellung von Hochwassergefahrenkarten und zur Einschätzung der Überflutungsgefahr eines Grundstücks – ein zunehmend wichtiger Aspekt der Immobilienbewertung und Aufklärungspflicht des Maklers.
- Abgrenzung zum Digitalen Oberflächenmodell (DOM): Während das DGM nur die "nackte" Erdoberfläche zeigt, bildet das DOM zusätzlich Gebäude, Bäume und andere Aufwuchsobjekte ab. Aus der Differenz beider Modelle lassen sich z. B. Gebäudehöhen oder Baumbestände ableiten.
- Datenquelle: In Deutschland stellen die Vermessungsverwaltungen der Länder DGM-Daten meist in unterschiedlichen Auflösungen (z. B. DGM1 mit 1 m Gitterweite, DGM5, DGM25) über Geoportale zum Download oder als kostenpflichtigen Datensatz bereit.
- Nutzung in der Bauplanung: Architekten und Bauingenieure verwenden das DGM zur Erstellung von Höhenplänen, Schnittzeichnungen und zur Berechnung von Erdmassen (Aushub/Abtrag) bereits in der Vorplanungsphase.
Für den Makler kann ein Blick ins DGM (über die Geoportale der Länder, oft frei zugänglich) helfen, frühzeitig auf Besonderheiten wie Hanglage oder Überschwemmungsgefahr hinzuweisen, bevor ein Interessent das Grundstück besichtigt.
Beispiel aus der Praxis
Vor der Vermarktung eines Baugrundstücks prüft der Makler im Geoportal des Bundeslandes das Digitale Geländemodell und stellt fest, dass das Grundstück ein Gefälle von rund 8 % aufweist. Dieser Hinweis wird ins Exposé aufgenommen, da er die Bau- und Erschließungskosten für Interessenten erheblich beeinflusst.
Rechtsgrundlage
- Landesvermessungs- und Geodatengesetze (z. B. Geodatenzugangsgesetz des Bundes, GeoZG) – Bereitstellung amtlicher Geodaten einschließlich DGM.
- Keine spezielle bundeseinheitliche Rechtsgrundlage für die Erstellung; die Fortführung erfolgt im Rahmen der amtlichen Vermessung durch die Länder.