Fertigteilbau

Auch: Fertigteilbauweise · Betonfertigteilbau

Fertigteilbau ist eine industrielle Bauweise, bei der tragende und nichttragende Betonbauteile wie Wände, Stützen, Träger und Deckenplatten nicht vor Ort gegossen, sondern in einem Fertigteilwerk unter kontrollierten Bedingungen hergestellt und anschließend per Kran auf der Baustelle montiert werden.

Ausführliche Erklärung

Für den Makler ist Fertigteilbau vor allem bei Gewerbe-, Industrie- und größeren Wohnbauprojekten relevant, da diese Bauweise Bauzeit, Kosten und Bauqualität wesentlich beeinflusst:

  • Typische Bauteile: Stützen, Unterzüge, Wandtafeln, Doppelwände (mit Ortbetonkern), Deckenplatten (z. B. Spannbetonhohlplatten oder Filigrandecken) sowie Treppenläufe werden im Werk gefertigt und just-in-time zur Baustelle geliefert.
  • Einsatzgebiete: Besonders verbreitet im Gewerbe- und Industriebau (Hallen, Parkhäuser, Bürogebäude), zunehmend aber auch im Wohnungsbau, wo serielle Fertigteilkonstruktionen (z. B. bei Geschosswohnungsbau) für kürzere Bauzeiten sorgen.
  • Vorteile: Hohe und gleichbleibende Produktqualität durch Werksfertigung (bessere Betongüte, präzisere Maßhaltigkeit als bei Ortbeton), kurze Montagezeit vor Ort, geringere Abhängigkeit von Witterung und Trocknungszeiten auf der Baustelle.
  • Nachteile/Praxisrelevanz: Fugen zwischen den Fertigteilen erfordern sorgfältige Abdichtung (Schall-, Wärme- und Feuchtigkeitsschutz), Transport und Kranlogistik sind wichtige Planungsfaktoren, geringere Flexibilität bei nachträglichen Grundrissänderungen als bei Ortbetonbauweise. Bei der Begutachtung von Fertigteilgebäuden im Bestand sollten Fugenabdichtungen und mögliche Korrosionsschäden an Verbindungsankern (bei älteren Objekten) geprüft werden.

Beispiel aus der Praxis

Für den Bau einer Logistikhalle werden vorgefertigte Betonstützen und -träger im Werk hergestellt und innerhalb weniger Wochen zu einem tragfähigen Skelettbau montiert, auf dem anschließend Dach und Fassade angebracht werden – deutlich schneller als bei einer vor Ort gegossenen Stahlbetonkonstruktion.

Rechtsgrundlage

Keine eigenständige Rechtsgrundlage; maßgeblich sind DIN EN 13369 für Betonfertigteile, DIN EN 1992 (Eurocode 2) für die statische Bemessung sowie die allgemeinen bauordnungsrechtlichen Anforderungen der Landesbauordnungen.

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