Furnierschichtholz
Auch: LVL · Laminated Veneer Lumber
Furnierschichtholz (LVL, von englisch Laminated Veneer Lumber) ist ein industriell hergestelltes Konstruktionsholzprodukt aus mehreren dünnen Holzfurnieren, die faserparallel übereinandergeschichtet und miteinander verklebt werden. Es zeichnet sich durch hohe Tragfähigkeit, Maßgenauigkeit und Formstabilität aus und wird vor allem im modernen Holzbau eingesetzt.
Ausführliche Erklärung
Für den Makler ist Furnierschichtholz vor allem bei modernen Holzhäusern und im Geschosswohnungsbau in Holzbauweise relevant, da es eine der leistungsfähigsten Holzwerkstoffvarianten am Markt darstellt:
- Herstellung: Furnierschichtholz wird aus mehreren Millimeter dicken Holzfurnieren (meist Fichte, teils auch Buche) hergestellt, die – anders als bei Sperrholz – überwiegend faserparallel geschichtet und unter Druck und Hitze verklebt werden. Dadurch entsteht ein besonders homogenes, von Astlöchern und natürlichen Schwachstellen weitgehend befreites Material.
- Eigenschaften: LVL erreicht deutlich höhere Festigkeits- und Steifigkeitswerte als Vollholz oder Brettschichtholz bei gleichem Querschnitt und ist besonders formstabil (geringes Schwind- und Quellverhalten). Buchen-LVL erreicht dabei Tragfähigkeiten, die in die Nähe von Stahl- oder Betonbauteilen kommen.
- Einsatzgebiete: Tragende Balken und Stützen, Träger für weit gespannte Decken, Elemente im Holzrahmen- und Holztafelbau, sowie zunehmend im mehrgeschossigen Holzbau (Hybridkonstruktionen aus Holz und Beton).
- Praxisrelevanz: Für den Makler ist relevant, dass Gebäude mit LVL-Konstruktionen eine hohe statische Leistungsfähigkeit bei geringerem Gewicht als vergleichbare Massivbauten bieten – ein Pluspunkt bei Aufstockungen und Dachgeschossausbauten, wo geringes Zusatzgewicht entscheidend ist. Zudem punktet Furnierschichtholz bei der Nachhaltigkeitsbewertung von Immobilien, da Holz als nachwachsender Rohstoff CO2 bindet.
Beispiel aus der Praxis
Für die Aufstockung eines Mehrfamilienhauses um ein zusätzliches Geschoss werden tragende Stützen und Träger aus Furnierschichtholz eingesetzt, da diese bei hoher Tragfähigkeit deutlich leichter sind als vergleichbare Stahlbetonbauteile und so die Bestandsstatik des Gebäudes weniger zusätzlich belasten.
Rechtsgrundlage
Keine eigenständige Rechtsgrundlage; maßgeblich sind DIN EN 14374 für die Produktanforderungen an Furnierschichtholz sowie DIN EN 1995 (Eurocode 5) für die Bemessung von Holzbaukonstruktionen.