Kalksandsteinmauerwerk

Auch: KS-Mauerwerk

Kalksandsteinmauerwerk bezeichnet die aus Kalksandsteinen im Mauerverband errichtete Wandkonstruktion selbst – also das fertige Bauteil, im Unterschied zum Baustoff (Kalksandstein) und zur Bauweise (Kalksandsteinbau).

Ausführliche Erklärung

Der Begriff wird häufig synonym zum Kalksandsteinbau verwendet, bezeichnet im engeren Sinn aber das konkrete Wandbauteil: die vermauerten Steine samt Mörtelfugen, Verband und statischer Wirkung als Wandscheibe. Für den Makler wichtige Aspekte:

  • Tragfähigkeit: Kalksandsteinmauerwerk erreicht je nach Steinfestigkeitsklasse (z. B. KS 12, KS 20) hohe Druckfestigkeiten und wird häufig für tragende Wände in mehrgeschossigen Gebäuden eingesetzt, auch in unteren Geschossen hoher Gebäude.
  • Schallschutz: Die hohe Rohdichte macht KS-Mauerwerk zu einem bevorzugten Material für Wohnungstrennwände; im Verkaufsgespräch ein relevantes Qualitätsmerkmal bei Mehrfamilienhäusern und Doppelhäusern.
  • Zustand im Bestand: Bei Bestandsimmobilien ist auf Rissbildung, Ausblühungen (Kalkausblühungen durch Feuchtigkeit) und den Zustand der Fugen zu achten – Hinweise auf Feuchteschäden oder Setzungen.
  • Sanierung: Da unverputztes KS-Mauerwerk kaum dämmt, ist bei energetischen Sanierungen älterer Gebäude regelmäßig eine nachträgliche Fassadendämmung notwendig.
  • Verband: Wie bei anderen Steinmauerwerken werden auch hier Läufer- und Binderverbände sowie Kreuzverbände zur statischen Verzahnung genutzt.

Beispiel aus der Praxis

Bei der Zustandsprüfung eines 1990er-Jahre-Mehrfamilienhauses stellt der Gutachter fest, dass die tragenden Wohnungstrennwände aus Kalksandsteinmauerwerk in gutem Zustand sind, während an der ungedämmten Kellerwand leichte Ausblühungen als Hinweis auf früher eingedrungene Feuchtigkeit sichtbar sind.

Rechtsgrundlage

Die Bemessung erfolgt nach DIN EN 1996 (Eurocode 6), die Steine selbst unterliegen der Produktnorm DIN EN 771-2. Keine darüberhinausgehende spezielle Rechtsgrundlage.

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