LiDAR-Grundrissscan
Auch: Laserscan · LiDAR-Vermessung
Ein LiDAR-Grundrissscan nutzt Laserlicht (Light Detection and Ranging), um Räume und Gebäude millimetergenau dreidimensional zu vermessen. Aus den erfassten Punktwolken lassen sich automatisiert maßstabsgetreue Grundrisse, Raummaße und 3D-Modelle generieren.
Ausführliche Erklärung
Klassische Grundrisserstellung erfolgte lange per Zollstock, Laser-Entfernungsmesser und manueller CAD-Zeichnung. LiDAR-Scanner – heute auch in vielen Smartphones (z. B. bestimmten iPhone-/iPad-Modellen) sowie in spezialisierten Vermessungskameras wie Matterport Pro integriert – automatisieren diesen Prozess erheblich:
- Funktionsweise: Der Sensor sendet Laserimpulse aus und misst die Zeit, bis das reflektierte Licht zurückkommt (Laufzeitmessung). Aus Millionen solcher Messpunkte entsteht eine "Punktwolke", die die Raumgeometrie exakt abbildet.
- Automatisierte Grundrisserstellung: Software wandelt die Punktwolke in einen 2D-Grundriss mit Raummaßen um – deutlich schneller und oft genauer als manuelle Aufmaße.
- Kombination mit 3D-Rundgang: LiDAR-Scans bilden häufig die technische Grundlage für virtuelle 3D-Rundgänge und Dollhouse-Ansichten, da Panoramafotos und räumliche Vermessung in einem Arbeitsgang erfasst werden.
- Genauigkeit und Grenzen: LiDAR liefert i. d. R. Abweichungen im Millimeter- bis niedrigen Zentimeterbereich, was für Exposé-Grundrisse ausreicht; für rechtsverbindliche Wohnflächenberechnungen nach der Wohnflächenverordnung sollte dennoch geprüft werden, ob zusätzlich anerkannte Vermessungsstandards eingehalten werden.
- Zeitersparnis: Ein komplettes Einfamilienhaus lässt sich mit LiDAR-gestützten Systemen oft in 20 bis 40 Minuten vollständig erfassen, während klassisches Aufmaß deutlich länger dauert.
Für Makler ist der LiDAR-Grundrissscan vor allem bei größeren oder komplex geschnittenen Objekten sowie bei der Kombination mit virtuellen Rundgängen wirtschaftlich attraktiv, da ein Termin vor Ort gleich mehrere Marketingprodukte (Grundriss, 3D-Modell, Rundgang) liefert.
Beispiel aus der Praxis
Ein Vermessungsdienstleister scannt eine 140 Quadratmeter große Altbauwohnung mit einem LiDAR-fähigen 360°-Kamerasystem. Aus den Daten erstellt die zugehörige Software binnen weniger Stunden sowohl einen maßstabsgetreuen 2D-Grundriss für das Exposé als auch ein interaktives 3D-Dollhouse-Modell für die Portalanzeige.
Rechtsgrundlage
Keine spezielle Rechtsgrundlage. Bei rechtsverbindlicher Wohnflächenberechnung bleibt die Wohnflächenverordnung (WoFlV) als fachlicher Maßstab relevant, unabhängig von der eingesetzten Scan-Technik.