Lookalike-Audience
Auch: Zwillings-Zielgruppe · Ähnliche Zielgruppe · Lookalike Audience
Eine Lookalike-Audience ("Zwillings-Zielgruppe") ist eine automatisch generierte Werbezielgruppe, die auf Basis einer hochgeladenen Quellgruppe (z. B. bisherige Käufer, Newsletter-Abonnenten oder Website-Besucher) Personen mit ähnlichen demografischen Merkmalen und Online-Verhalten findet. Werbeplattformen wie Meta (Facebook/Instagram) oder Google nutzen dafür ihre eigenen Nutzerdaten.
Ausführliche Erklärung
Für Makler ist die Lookalike-Audience ein Werkzeug der Neukundenakquise über soziale Medien und Suchmaschinenwerbung. Statt Anzeigen breit an alle Nutzer einer Region auszuspielen, wird eine Ähnlichkeitszielgruppe zu einer bereits erfolgreichen Kundengruppe gebildet – etwa allen bisherigen Verkäufern von Einfamilienhäusern in einer bestimmten Preisklasse.
Praxisrelevante Aspekte:
- Datenquelle: Als Ausgangsbasis dienen z. B. CRM-Kontaktlisten, Website-Besucher (per Pixel-Tracking) oder Interaktionen mit der Unternehmensseite. Je größer und "sauberer" die Quellgruppe, desto treffsicherer die Lookalike-Audience.
- Ähnlichkeitsgrad: Plattformen erlauben meist eine Einstellung der Ähnlichkeit (z. B. 1 % = sehr ähnlich, kleinere Reichweite, bis 10 % = größere, weniger präzise Reichweite).
- Anwendungsfälle: Bewerbung neuer Verkaufsobjekte an Personen, die potenziellen Käufern ähneln, oder Ansprache neuer Eigentümer-Leads basierend auf bisherigen erfolgreichen Verkaufsmandaten.
- Datenschutz: Der Upload von Kundendaten (E-Mail-Adressen, Telefonnummern) an Meta oder Google zur Erstellung einer Lookalike-Audience ist eine Datenverarbeitung, die einer wirksamen Rechtsgrundlage bedarf – in der Regel Einwilligung der betroffenen Personen oder eine sorgfältig geprüfte Interessenabwägung; zusätzlich ist bei Datentransfer in die USA auf Angemessenheitsbeschluss/Standardvertragsklauseln zu achten.
- Effizienz: In der Praxis führt Lookalike-Targeting häufig zu niedrigeren Kosten pro Lead (Cost-per-Lead) als reines demografisches Targeting, weil die Zielgruppe bereits durch reale Kaufabschlüsse validiert ist.
Beispiel aus der Praxis
Ein Makler lädt die (pseudonymisierten, mit Einwilligung erhobenen) Kontaktdaten seiner letzten 200 Wohnungsverkäufer bei Meta hoch. Die Plattform erstellt daraus eine 1-%-Lookalike-Audience in Deutschland. Eine Anzeige für ein neues Verkaufsmandat wird gezielt an diese ähnliche Zielgruppe ausgespielt und erzielt eine deutlich höhere Klick- und Anfragerate als eine allgemeine Anzeige an alle Facebook-Nutzer der Region.
Rechtsgrundlage
- Art. 6 DSGVO – Erfordernis einer Rechtsgrundlage (i. d. R. Einwilligung) für die Übermittlung personenbezogener Kontaktdaten an Werbeplattformen.
- Art. 44 ff. DSGVO – Vorgaben zum Datentransfer in Drittländer (z. B. USA), relevant bei Nutzung von Meta- oder Google-Diensten.