Nurdachhaus

Auch: Nurdach · Nurdachhaus-Bauweise

Ein Nurdachhaus ist eine Gebäudeform mit sehr steilen Dachflächen, bei der das Dach nahezu bis zum Erdboden reicht und die Fassade fast vollständig durch das Dach selbst gebildet wird. Kniestockwände fehlen ganz oder sind nur minimal ausgeprägt.

Ausführliche Erklärung

Charakteristisch für ein Nurdachhaus sind steile Dachflächen, häufig zwischen 45° und 60°, die als Satteldach direkt von der Firstlinie bis nahe an die Geländeoberkante herabreichen. Das Konzept stammt ursprünglich aus dem skandinavischen und alpinen Raum und wurde in Deutschland vor allem seit den 1970er-Jahren als Fertighaus-Bauform populär.

Vorteile dieser Bauform sind der große nutzbare Wohnraum unter dem Dach bei gleichzeitig geringer Außenwandfläche, was energetisch günstig ist, sowie eine markante, unverwechselbare Optik. Nachteilig ist die reduzierte Kopffreiheit entlang der Außenwände, wodurch die Möblierbarkeit eingeschränkt wird; zudem erfordert die ausreichende Belichtung der oberen Geschosse eine sorgfältige Planung von Dachfenstern oder Gauben.

Für Makler besonders relevant ist die Wohnflächenberechnung: Da bei einem Nurdachhaus ein Großteil der Fläche unter Dachschrägen liegt, ist die korrekte Anrechnung nach § 4 WoFlV (voll bei Höhe ≥ 2 m, zur Hälfte zwischen 1 m und 2 m, keine Anrechnung unter 1 m) entscheidend für eine belastbare Flächenangabe im Exposé.

Beispiel aus der Praxis

Ein 1978 errichtetes Fertighaus in Nurdach-Bauweise verfügt über ein bis fast zum Boden reichendes Satteldach. Bei der Wohnflächenberechnung stellt sich heraus, dass ein erheblicher Teil des Obergeschosses wegen niedriger Deckenhöhe nur zur Hälfte angerechnet werden darf.

Rechtsgrundlage

  • § 4 WoFlV – Regelt die Anrechnung von Räumen unter Dachschrägen bei der Wohnflächenberechnung, was bei Nurdachhäusern besonders praxisrelevant ist.

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