Plattformrahmenbau

Auch: Platform Framing · Plattformbauweise

Der Plattformrahmenbau (Platform Framing) ist eine Holzrahmenbauweise, bei der jedes Geschoss als eigenständige Einheit auf der fertigen Deckenplattform des darunterliegenden Stockwerks aufgebaut wird – im Gegensatz zum Ständerbau, bei dem durchgehende Stützen über mehrere Geschosse verlaufen.

Ausführliche Erklärung

Der Plattformrahmenbau stammt ursprünglich aus Nordamerika und ist heute auch in Deutschland die Standardbauweise für Holzrahmen- und Fertighäuser:

  • Bauprinzip: Die Bodenplatte bzw. Kellerdecke bildet die erste "Plattform". Darauf werden die Außen- und Innenwände des Erdgeschosses als vorgefertigte Rahmenelemente (Ständer, Schwellen, Rähm) errichtet und mit OSB- oder Gipsfaserplatten beplankt. Anschließend wird die Geschossdecke aufgelegt, die wiederum als Plattform für das nächste Geschoss dient.
  • Vorteile: Geschossweiser Baufortschritt ermöglicht kurze Bauzeiten und hohen Vorfertigungsgrad (viele Wandelemente werden im Werk vorgefertigt und nur noch montiert); einfache statische Berechnung, da jedes Geschoss weitgehend eigenständig trägt.
  • Abgrenzung zum Ständerbau (Balloon Framing): Beim Ständerbau verlaufen die Wandständer durchgehend über mehrere Geschosse, was aufwendigere Anschlussdetails, aber teils bessere Aussteifung bei sehr hohen Gebäuden bietet. Plattformrahmenbau ist heute die weit verbreitetere Variante im Ein- und Mehrfamilienhausbau.
  • Praxisrelevanz: Bei Fertighäusern und modernen Holzbau-Projekten ist der Plattformrahmenbau Standard; für Makler relevant sind Bauqualität der Anschlüsse (luftdichte Ebene, Dampfbremse), Schallschutz zwischen den Geschossen (durch die Deckenkonstruktion) und die Brandschutzanforderungen bei mehrgeschossigen Objekten.
  • Setzungsverhalten: Da Holz im Vergleich zu Massivbaustoffen quillt und schwindet, können bei Plattformrahmenbauten geringfügige Setzungen an den Deckenanschlüssen auftreten – für Käufer relevant bei der Beurteilung von Rissen oder Fugenbewegungen in den ersten Jahren nach Bezug.

Beispiel aus der Praxis

Ein Fertighaushersteller errichtet ein zweigeschossiges Einfamilienhaus in Plattformrahmenbauweise: Zunächst wird das Erdgeschoss mit vorgefertigten Wandelementen montiert, darauf die Geschossdecke verlegt und anschließend das Obergeschoss aufgebaut. Der Makler erklärt Kaufinteressenten, dass diese Bauweise eine Rohbauzeit von nur wenigen Tagen ermöglicht.

Rechtsgrundlage

  • DIN EN 1995 (Eurocode 5) mit nationalem Anhang – heute maßgebliche Bemessungsnorm für Holzbauwerke in Deutschland; die frühere DIN 1052 wurde 2012 durch den Eurocode 5 abgelöst.
  • Gebäudeenergiegesetz (GEG) – energetische Anforderungen an die Gebäudehülle, auch bei Holzrahmenkonstruktionen.

Verwandte Begriffe