Sanierputz
Auch: WTA-Sanierputz · Sanierputzsystem
Sanierputz ist ein speziell entwickeltes Putzsystem mit hoher Porosität, das Feuchtigkeit gut nach außen abgeben und gleichzeitig große Mengen an Salzen im Putzgefüge einlagern kann, ohne dass es zu Ausblühungen oder Absprengungen an der Oberfläche kommt. Er wird zur Sanierung dauerhaft feuchter, salzbelasteter Wände eingesetzt, meist im Kellerbereich oder bei aufsteigender Feuchtigkeit.
Ausführliche Erklärung
Für Makler ist Sanierputz vor allem als sichtbares Indiz für vorangegangene Feuchtigkeitsschäden relevant, aber auch als sinnvolle, fachgerechte Sanierungsmaßnahme zu bewerten:
- Funktionsweise: Anders als normaler Putz besitzt Sanierputz ein grobporiges, hochporöses Gefüge, das Feuchtigkeit schnell an die Oberfläche transportiert und dort verdunsten lässt, während die im Feuchtetransport enthaltenen Salze im Putzgefüge selbst (nicht an der Oberfläche) auskristallisieren. Dadurch werden Salzausblühungen und Putzabplatzungen an der sichtbaren Oberfläche vermieden.
- Aufbau eines Sanierputzsystems: Ein normgerechtes System nach WTA-Merkblatt 2-9 besteht in der Regel aus einem Spritzbewurf, einem Sanierputz-Grundputz (mind. 20 mm Dicke) und einem diffusionsoffenen Sanierputz-Oberputz.
- Voraussetzung: Sanierputz behandelt nur die Symptome der Feuchtigkeit im Putz, nicht die Ursache. Er sollte daher immer mit einer Beseitigung der eigentlichen Feuchtigkeitsquelle (z. B. Horizontalsperre, Außenabdichtung, Drainage) kombiniert werden, um dauerhaften Erfolg zu erzielen.
- Praxisrelevanz für Makler: Ist an einem Objekt bereits Sanierputz verarbeitet worden, deutet dies auf eine vorherige Feuchtigkeits- oder Salzproblematik hin. Der Makler sollte klären, ob zusätzlich die Ursache (z. B. durch Abdichtungsmaßnahmen) behoben wurde, da reiner Sanierputz ohne Ursachenbeseitigung nur eine zeitlich begrenzte Symptombehandlung darstellt.
- Kosten: Die fachgerechte Ausführung eines Sanierputzsystems kostet je nach Wandfläche und Untergrundzustand typischerweise 60 bis 120 Euro pro Quadratmeter, exklusive etwaiger zusätzlicher Abdichtungsmaßnahmen.
Beispiel aus der Praxis
Ein Kellerraum wurde vor einigen Jahren mit Sanierputz saniert, ohne dass eine Außenabdichtung erfolgte. Bei der Objektbesichtigung stellt der Makler fest, dass sich erneut leichte Feuchteflecken zeigen, und empfiehlt eine zusätzliche Ursachenbekämpfung durch eine nachträgliche Horizontalsperre.
Rechtsgrundlage
- WTA-Merkblatt 2-9 – Fachliche Richtlinie der Wissenschaftlich-Technischen Arbeitsgemeinschaft für Bauwerkserhaltung zu Sanierputzsystemen.
- DIN 18550-1 – Nationale Ergänzung zu DIN EN 13914-1, regelt Planung, Zubereitung und Ausführung von Außenputzen (löste die zurückgezogene Vornorm DIN V 18550 ab).