Serielles Bauen

Auch: Serielle Bauweise · Modulares serielles Bauen

Serielles Bauen bezeichnet eine Bauweise, bei der Gebäude oder Gebäudeteile nach standardisierten, mehrfach wiederholbaren Entwürfen und überwiegend vorgefertigten Bauteilen errichtet werden. Ziel ist es, durch Wiederholung, industrielle Vorfertigung und optimierte Planungsprozesse Bauzeit, Baukosten und Planungsaufwand gegenüber dem klassischen Individualbau spürbar zu senken.

Ausführliche Erklärung

Anders als beim klassischen Einzelentwurf wird beim seriellen Bauen ein einmal entwickelter, geprüfter Gebäudetyp mehrfach – ggf. mit geringen Anpassungen an Grundstück und Standort – realisiert. Grundlage sind häufig standardisierte Grundrisse, modulare Bauteile (z. B. vorgefertigte Wand-, Decken- oder gar Raummodule) sowie ein hoher Vorfertigungsgrad in der Werkshalle, wodurch sich die Bauzeit vor Ort erheblich verkürzt.

In Deutschland wurde das serielle und modulare Bauen insbesondere seit Mitte der 2010er-Jahre politisch gefördert, um dem Mangel an bezahlbarem Wohnraum zu begegnen. Wohnungswirtschaftliche Verbände haben dazu mit Bauunternehmen Rahmenvereinbarungen über vorqualifizierte, seriell einsetzbare Gebäudetypen geschlossen, die von teilnehmenden Wohnungsunternehmen abgerufen werden können. Bauordnungsrechtlich kann für wiederkehrend eingesetzte Gebäudetypen eine sogenannte Typengenehmigung beantragt werden, mit der die grundsätzliche bauordnungsrechtliche Zulässigkeit des Gebäudetyps einmalig geprüft wird und nachfolgende Einzelgenehmigungen vereinfacht werden; die Details regeln die jeweiligen Landesbauordnungen.

Serielles Bauen wird sowohl in Massivbauweise (z. B. mit vorgefertigten Betonfertigteilen) als auch im Holzbau (z. B. mit Raummodulen aus Brettsperrholz) umgesetzt und ist von der klassischen Fertighausbauweise für Einfamilienhäuser abzugrenzen, auch wenn beide Konzepte auf Vorfertigung und Standardisierung beruhen.

Beispiel aus der Praxis

Eine kommunale Wohnungsbaugesellschaft errichtet auf mehreren Grundstücken jeweils denselben, bereits mehrfach realisierten Mehrfamilienhaustyp mit vorgefertigten Wand- und Deckenelementen. Da der Gebäudetyp bereits über eine Typengenehmigung verfügt, kann das Genehmigungsverfahren für die einzelnen Standorte deutlich schneller durchlaufen werden als bei einem komplett neuen Entwurf.

Rechtsgrundlage

Keine bundeseinheitliche Rechtsgrundlage; die Möglichkeit einer Typengenehmigung für wiederkehrend eingesetzte Gebäudetypen ist in den Landesbauordnungen der Bundesländer unterschiedlich ausgestaltet und sollte im Einzelfall bei der zuständigen Bauaufsichtsbehörde geprüft werden.

Verwandte Begriffe