Sheddach
Auch: Sägezahndach · Scheddach
Das Sheddach besteht aus mehreren parallel angeordneten, sägezahnartigen Dachflächen: Eine flach geneigte, meist opake Dachfläche wechselt sich mit einer steilen, verglasten Fläche ab. Diese Bauform sorgt für gleichmäßiges, blendfreies Tageslicht in großen Hallen.
Ausführliche Erklärung
Das Sheddach (von englisch "shed" = Schuppen) stammt aus dem Industrie- und Fabrikbau des 19. Jahrhunderts und wird noch heute bei Produktionshallen, Lagerhallen, Werkstätten und zunehmend auch bei Loft-Umnutzungen und modernen Gewerbeimmobilien eingesetzt.
Für Makler relevant:
- Funktion: Die verglasten, meist nach Norden ausgerichteten Flächen bringen blendfreies, gleichmäßiges Tageslicht ohne direkte Sonneneinstrahlung – ideal für Werkhallen, Ateliers und Verkaufsflächen mit Tageslichtbedarf.
- Nutzungskontext: Sheddächer sind ein starkes Indiz für ehemalige Industrie- oder Gewerbebauten. Bei der Umnutzung zu Loft-Wohnungen, Büros oder Eventlocations gilt das Sheddach oft als architektonisches Alleinstellungsmerkmal und wertsteigerndes Merkmal ("Loft mit historischem Sheddach").
- Bautechnik: Konstruktiv erfordert das Sheddach eine tragfähige Stahl- oder Holzkonstruktion sowie sorgfältige Entwässerung der Kehlen zwischen den Zacken – ein häufiger Schwachpunkt bei Undichtigkeiten in Altbestand.
- Energetische Aspekte: Große Glasflächen bedeuten je nach Verglasungsqualität erhöhten Wärmeverlust bzw. sommerlichen Wärmeeintrag; bei Sanierungen wird oft auf moderne Isolierverglasung umgerüstet.
Beispiel aus der Praxis
Eine ehemalige Textilfabrik mit klassischem Sheddach wird zu Loftwohnungen umgebaut. Die sägezahnförmigen Dachfenster bleiben erhalten und sorgen in den Wohnungen für ungewöhnlich helle, blendfreie Räume – ein zentrales Verkaufsargument im Exposé.
Rechtsgrundlage
Keine spezielle Rechtsgrundlage. Bei Umnutzung von Gewerbe- zu Wohnimmobilien greifen die allgemeinen bauordnungsrechtlichen Vorgaben zu Belichtung, Statik und Brandschutz der jeweiligen Landesbauordnung.