Silo
Auch: Getreidesilo · Industriesilo · Speichersilo
Ein Silo ist ein meist turmförmiges Bauwerk zur Lagerung von Schüttgütern wie Getreide, Zement oder Kohle. Ausgediente Industriesilos sind wegen ihrer markanten Architektur und großen Raumhöhen ein beliebtes Objekt für die Umnutzung zu Wohn- oder Gewerbeflächen (insbesondere Lofts).
Ausführliche Erklärung
Silos gehören zu den Industriedenkmälern, die im Zuge des Strukturwandels von Hafen- und Produktionsstandorten zunehmend revitalisiert werden. Für Makler relevant:
- Bausubstanz: Die Konstruktion (oft Stahlbeton mit runden oder zellenartigen Kammern) stellt besondere Herausforderungen an Statik, Belichtung und Grundrissgestaltung – Umbauten erfordern spezialisierte Architekten und meist einen kompletten Rückbau der inneren Kammerwände.
- Denkmalschutz: Viele historische Silobauten stehen unter Denkmalschutz, was Fassade und Kubatur weitgehend erhält, aber Genehmigungsprozesse verlängert; im Gegenzug sind erhöhte Abschreibungen (§§ 7h, 7i EStG) möglich.
- Nutzungsänderung: Eine Umnutzung von Industrie- zu Wohnnutzung erfordert regelmäßig ein Bebauungsplanverfahren oder eine Befreiung sowie eine Altlastenprüfung des Baugrunds.
- Vermarktungswert: Die außergewöhnliche Architektur (runde Räume, große Höhen, Fensterbänder) wird gezielt als Unique-Selling-Point für hochwertige Loftwohnungen genutzt.
- Technische Prüfung: Vor Umbau sind Statikgutachten sowie Prüfungen auf Staubrückstände oder Kontaminationen (je nach ursprünglichem Lagergut) erforderlich.
Beispiel aus der Praxis
Ein ehemaliges Getreidesilo am Hafen wird nach Aufgabe des Mühlenbetriebs zu 40 Loftwohnungen mit charakteristischen Rundfenstern umgebaut. Der Makler weist Kaufinteressenten auf den Denkmalschutzstatus sowie auf die besonderen statischen Gegebenheiten der ehemaligen Silokammern hin.
Rechtsgrundlage
Keine spezielle Rechtsgrundlage. Relevant sind je nach Fall Denkmalschutzrecht der Länder sowie das Bauplanungs- und Bauordnungsrecht bei Nutzungsänderung.