DIN EN 835
Auch: Norm Verdunstungs-Heizkostenverteiler
DIN EN 835 regelt die technischen Anforderungen an Heizkostenverteiler nach dem Verdunstungsprinzip, die ohne Batterie oder externe Energieversorgung arbeiten. Diese Geräte erfassen den Wärmeverbrauch an Heizkörpern über die Verdunstung einer Messflüssigkeit in einer Ampulle.
Ausführliche Erklärung
Verdunstungs-Heizkostenverteiler sind die klassische, seit Jahrzehnten verbreitete Bauform der Heizkostenverteiler und arbeiten rein physikalisch ohne Stromversorgung:
- Funktionsprinzip: Eine Messflüssigkeit in einer Glasampulle verdunstet proportional zur Heizkörperoberflächentemperatur; der Flüssigkeitsstand vor und nach der Heizperiode wird abgelesen und ergibt den Verbrauchswert.
- Normanforderungen: DIN EN 835 legt Anforderungen an die Ampullen (Verdunstungsverhalten, Toleranzen), die Bewertungsfaktoren je Heizkörpertyp sowie an Montage und Kennzeichnung fest.
- Ablesung: Anders als elektronische Geräte nach DIN EN 834 erfordern Verdunstungsgeräte in der Regel eine jährliche Vor-Ort-Ablesung durch den Abrechnungsdienstleister, was für Mieter und Verwalter Terminkoordination bedeutet.
- Nachteile gegenüber elektronischen Geräten: Geringere Ablesegenauigkeit, keine Fernauslesbarkeit, Verdunstung auch außerhalb der Heizperiode (temperaturabhängig), weshalb sie zunehmend durch elektronische Heizkostenverteiler ersetzt werden.
- Praxisrelevanz: Wegen der ab 2027 greifenden Pflicht zur Fernablesbarkeit nach der Heizkostenverordnung müssen viele Bestandsgebäude mit Verdunstungsgeräten nach DIN EN 835 auf fernablesbare Systeme umgerüstet werden – ein relevanter Investitionsposten für Vermieter und Wohnungseigentümergemeinschaften, den Makler bei der Objektbewertung berücksichtigen sollten.
Beispiel aus der Praxis
In einem älteren Mehrfamilienhaus sind an allen Heizkörpern Verdunstungs-Heizkostenverteiler nach DIN EN 835 angebracht. Einmal jährlich kommt ein Ableser der Abrechnungsfirma vorbei, liest den Flüssigkeitsstand jeder Ampulle ab und ermittelt daraus den anteiligen Wärmeverbrauch jeder Wohnung.
Rechtsgrundlage
- DIN EN 835 – Technische Norm für Heizkostenverteiler ohne Hilfsenergie (Verdunstungsprinzip).
- Heizkostenverordnung (HeizkostenV) – Schreibt verbrauchsabhängige Erfassung vor und verlangt seit der Novelle 2021 perspektivisch fernablesbare Systeme.