Lehmziegelbau
Auch: Adobebau · Lehmsteinbau
Lehmziegelbau ist eine Bauweise, bei der Wände aus ungebrannten Lehmziegeln (auch Adobeziegel genannt) errichtet werden. Die Ziegel bestehen aus einer Mischung von Lehm, Sand und oft Stroh und werden lediglich an der Luft getrocknet, nicht gebrannt.
Ausführliche Erklärung
Für Makler ist der Lehmziegelbau vor allem bei ökologisch orientierten Neubauten und in einigen historischen Regionalbauten relevant. Anders als beim gebrannten Mauerziegel entsteht der Lehmziegel durch reines Trocknen an der Luft, was den Energieaufwand bei der Herstellung erheblich reduziert und den Baustoff vollständig recycelbar macht – nicht mehr benötigte Ziegel können wieder zu Lehm aufgelöst und neu verarbeitet werden.
Bauphysikalisch bietet der Lehmziegelbau ähnliche Vorteile wie andere Lehmbauweisen: hohe Wärmespeicherkapazität, feuchtigkeitsregulierende Wirkung und gesundes Raumklima. Für die Tragfähigkeit gelten jedoch Einschränkungen: Ungebrannte Lehmziegel erreichen nicht die Druckfestigkeit gebrannter Mauerziegel oder von Kalksandstein, weshalb Lehmziegelbauten meist auf ein bis zwei Geschosse begrenzt bleiben und ein ausreichender Feuchtigkeitsschutz im Sockel- und Dachbereich (Vordächer, Spritzwasserschutz) zwingend erforderlich ist.
Seit der Einführung der DIN 18945 (Lehmsteine) im Jahr 2013 ist der Lehmziegelbau normativ geregelt, was die bauaufsichtliche Genehmigung erleichtert hat. Für Makler relevant: Bauherren, die Lehmziegelbauten planen, benötigen häufig spezialisierte Planer und Handwerksbetriebe, was sich auf Bauzeit und -kosten auswirkt. Bei Bestandsimmobilien in Lehmziegelbauweise – etwa aus Regionen mit traditioneller Lehmbaukultur – ist bei der Wertermittlung der Sanierungszustand der Fassade besonders zu prüfen.
Beispiel aus der Praxis
Ein Bauherr errichtet ein ökologisches Einfamilienhaus in Lehmziegelbauweise mit tragenden Außenwänden aus vor Ort produzierten Lehmsteinen. Der Makler weist bei der späteren Vermarktung darauf hin, dass das Gebäude ein besonders ausgeglichenes Raumklima bietet, aber besondere Sorgfalt bei Feuchtigkeitsschutz und Fassadenpflege erfordert.
Rechtsgrundlage
- DIN 18945 – Regelt Anforderungen und Prüfverfahren für Lehmsteine als Baustoff.
- Ansonsten gelten die allgemeinen bauordnungsrechtlichen Vorschriften der Landesbauordnungen.