Fertighausbauweise

Auch: Fertigbauweise · Fertighausbau

Die Fertighausbauweise bezeichnet eine Baumethode, bei der ein Großteil der Bauteile – Wände, Decken, teils ganze Raummodule – witterungsunabhängig in einem Werk vorgefertigt und anschließend auf der Baustelle montiert werden. Sie steht im Gegensatz zur klassischen Massivbauweise, bei der überwiegend vor Ort gemauert oder betoniert wird.

Ausführliche Erklärung

Bei der Fertighausbauweise werden Wand-, Decken- und teils Dachelemente in industrieller Fertigung hergestellt – häufig als Holzrahmen- oder Holztafelbauweise, seltener auch in Beton- oder Stahlleichtbauweise. Die Elemente werden inklusive Dämmung, Fenstern, Installationsleitungen und teils sogar der Innenverkleidung vorgefertigt und anschließend per Schwertransport zur Baustelle gebracht, wo sie in wenigen Tagen montiert werden.

Man unterscheidet mehrere Ausbaustufen: Beim Bausatzhaus liefert der Hersteller alle Bauteile zur Selbstmontage, beim Ausbauhaus ist die Gebäudehülle fertig errichtet und der Innenausbau erfolgt in Eigenleistung, und beim schlüsselfertigen Fertighaus übernimmt der Hersteller das komplette Gebäude bis zur Bezugsfertigkeit. Vorteile der Fertighausbauweise sind kurze Bauzeiten, eine hohe und witterungsunabhängige Fertigungsqualität sowie eine gute Kalkulierbarkeit der Baukosten. Konstruktiv unterliegt die Fertighausbauweise denselben bauordnungsrechtlichen Anforderungen wie andere Bauweisen, insbesondere hinsichtlich Statik, Brand-, Schall- und Wärmeschutz; die verwendeten Bauprodukte müssen den jeweils geltenden technischen Regeln entsprechen.

Für Makler ist bei Fertighäusern die Bauweise selbst meist wertneutral zu behandeln, sofern Qualität und Zustand stimmen; relevant sind vor allem Baujahr, Hersteller, Sanierungszustand und – bei älteren Fertighäusern – die Frage möglicher schadstoffbelasteter Baustoffe früherer Baujahre.

Beispiel aus der Praxis

Ein Bauträger errichtet ein Einfamilienhaus in Fertighausbauweise: Die Wand- und Deckenelemente werden im Werk vorgefertigt, per Lkw angeliefert und innerhalb von zwei Tagen zu einem wetterfesten Rohbau montiert, während bei einem vergleichbaren Massivhaus die Rohbauphase mehrere Wochen dauern würde.

Rechtsgrundlage

Keine eigenständige gesetzliche Regelung für die Bauweise als solche; es gelten die allgemeinen bauordnungsrechtlichen und bauproduktrechtlichen Vorgaben (Landesbauordnungen, technische Baubestimmungen) wie bei anderen Bauweisen auch.

Verwandte Begriffe