Laufende Rendite
Auch: Running Yield · Ausschüttungsrendite
Die laufende Rendite misst, wie viel Ertrag eine Immobilie im laufenden Betrieb – etwa in Form von Mietüberschüssen oder Fondsausschüttungen – im Verhältnis zum eingesetzten Kapital erwirtschaftet. Wertsteigerungen der Immobilie selbst fließen nicht in die Berechnung ein.
Ausführliche Erklärung
Die laufende Rendite (englisch Running Yield) ist eine der zentralen Kennzahlen zur Beurteilung von Immobilieninvestitionen, insbesondere bei Fondsbeteiligungen und Direktinvestments in Renditeobjekte. Sie unterscheidet sich von der Gesamtrendite dadurch, dass sie ausschließlich den laufenden Cashflow – nicht aber Wertveränderungen der Immobilie – berücksichtigt.
Berechnung (vereinfacht):
Laufende Rendite = Jährliche Ausschüttung / Netto-Mietertrag ÷ eingesetztes Kapital × 100
Bei geschlossenen und offenen Immobilienfonds bezeichnet die laufende Rendite meist die jährliche Ausschüttungsquote bezogen auf die Kapitaleinlage bzw. den Anteilspreis. Bei Direktinvestments entspricht sie näherungsweise der Nettomietrendite abzüglich Finanzierungskosten (bei fremdfinanzierten Objekten).
Wichtige Praxispunkte:
- Abgrenzung zur Gesamtrendite: Die Gesamtrendite (Total Return) addiert zur laufenden Rendite noch die Wertsteigerung der Immobilie über die Haltedauer. Eine Immobilie kann eine niedrige laufende Rendite, aber eine hohe Gesamtrendite aufweisen (z. B. in stark wachsenden Lagen), oder umgekehrt.
- Stabilitätsindikator: Eine gleichbleibend hohe laufende Rendite über mehrere Jahre gilt als Indiz für eine stabile Vermietungssituation und solide Bewirtschaftung.
- Vergleichbarkeit: Die laufende Rendite eignet sich gut, um verschiedene Fondsprodukte oder Bestandsobjekte hinsichtlich ihrer Cashflow-Stärke zu vergleichen, sollte aber nicht isoliert betrachtet werden, da sie keine Aussage über künftige Wertentwicklung oder Risiken (z. B. Instandhaltungsstau) trifft.
- Einfluss der Finanzierung: Bei fremdfinanzierten Objekten wirkt sich der Leverage-Effekt direkt auf die laufende Rendite des eingesetzten Eigenkapitals aus.
Für Makler ist die laufende Rendite ein wichtiges Verkaufsargument bei der Ansprache von Kapitalanlegern, da sie den regelmäßigen Cashflow verständlich abbildet – anders als komplexere Kennzahlen wie der Kapitalwert.
Beispiel aus der Praxis
Ein Anleger investiert 200.000 Euro in einen offenen Immobilienfonds und erhält im ersten Jahr eine Ausschüttung von 6.000 Euro. Die laufende Rendite beträgt damit 3 %, unabhängig davon, ob der Anteilswert des Fonds im selben Zeitraum gestiegen oder gefallen ist.
Rechtsgrundlage
Keine spezielle Rechtsgrundlage. Die laufende Rendite ist eine betriebswirtschaftliche Kennzahl ohne eigene gesetzliche Regelung.